Schwedens Lieblings-Klischees bestehen aus vier Großbuchstaben

Zugegeben: Klischees gibt es viele über Schweden. Die beiden Lieblings-Vorurteile über das skandinavische Land sind mit vier Großbuchstaben zu Weltmarken geworden: IKEA und ABBA.

Zugegeben: Wir Deutsche halten uns nicht damit zurück, zahlreiche Klischees von unserem beliebten Reiseziel Schweden aufzubauen. Die beiden Lieblings-Vorurteile über das skandinavische Land sind mit ihren vier Großbuchstaben zu Weltmarken geworden: IKEA und ABBA.

Bevor ich mich dem Mix aus ABBA-Revivalsongs und elektronischer House-Musik widme, hier ein kleiner Tipp, wie man in Schwedens Hauptstadt Stockholm und an vielen, vielen anderen Orten auf dieser Welt viel Geld ausgeben kann, obwohl man eigentlich gar nichts kaufen will: Man geht zu IKEA. Und wenn man noch mehr Geld ausgeben will, geht man zum größten und gleichzeitig ältesten IKEA-Warenhaus der Welt, das seit dem 1965 in Skärholmen im Stadtsüden Stockholms an sage und schreibe 362 Tagen im Jahr geöffnet hat. Das Warenhaus erstreckt sich über vier Ebenen und erinnert mit seiner Konstruktion an einer hungrigen Hai: Der Besucher läuft unweigerlich im Uhrzeigersinn um die Waren herum und kreist somit seine Beute immer enger ein, bis er in der Mitte alle Sachen kauft, die IKEA zu bieten hat – so ist jedenfalls der Plan.

Den Namen „Königskurve“ hat das IKEA-Gewerbegebiet deshalb bekommen, weil der Chauffeur von Ex-König Gustav V. den Dienstwagen nach einem Jagdausflug an dieser Stelle in einem Graben versenkt haben soll – traurige Geschichte.

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Im Laufe der Jahre hat sich Kungens Kurva zu einem beliebten Sightseeing-Punkt entwickelt, der trotzdem dem IKEA-Image treu bleibt: Nichts ist wirklich teuer, aber gerade deshalb bezahlt man letztendlich mehr. Klingt paradox, ist aber so. Meine Brotdose (inkl. einiger weiterer Kleinigkeiten) hat mich jedenfalls 370 Kronen gekostet. Das sind rund 40 Euro. Als Entschädigung gab es immerhin den guten alten Köttbullar-Teller mit Kartoffelbrei, Champignon-Soße und Preiselbeeren im Sonderangebot.

Ebenfalls in seinen Bann gezogen hat mich die Swedish House Mafia, die man vielleicht für eine radikale IKEA-Splittergruppe halten mag. Aber nein, die SHM verkörpert im Wesentlichen den Musikstil, den Stockholm am Morgen im Radio beginnt zu hören und den nahezu alle DJs in der Stadt nachts in den Clubs auflegen: elektronische House-Musik. Selbst Stings „English man in New York“ wird zu fast jeder Tageszeit mit einem schrecklich-lauten Bass aufpoliert – auch wenn ich zum Frühstücksei lieber die alte Version oder meinetwegen auch die Mainstream-Musik von Robyn und Oskar Linnros, die hier wirklich rauf und runter läuft, bevorzuge.

Wie passt da ABBA, unser allerdeutsches Lieblings-Vorurteil, wenn es um Schweden geht, ins Bild? Heute ist tatsächlich ABBA-Tag auf Radio Mix Megapol, kein Scherz! Das bedeutet aber schlichtweg nur, dass in das übliche Tagesprogramm jeweils nach jedem Lied ein alter ABBA-Schinken geklatscht wird. Fertig ist der ABBA-Tag. Ganz so beliebt, wie ich zunächst geglaubt habe, ist ABBA jedoch nicht hier in Schweden. „Unter einigen Jugendlichen wird ihre Musik wieder Kult, aber die meisten hören heute lieber andere Sachen. Robyn und so“, sagt meine Mitbewohnerin Ingela. Sie muss es wissen – zu ABBAs Hochzeiten war sie im besten Teenager-Alter. Dementsprechend freut auch sie sich, wenn unser Lieblingssender wieder Sting spielt – mit oder ohne Bass.

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Autor: Trumpfi  06.11.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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