Stadt-Land-Meer - Italienkurztripp mit allem, was dazu gehört!
Italien ist immer eine Reise wert - Neapel, Capri und Rom lassen sich zu einem lohnenswerten Kurztrip verbinden, der für jeden Geschmack etwas bereit hält.
Ich will ans Meer. Ich lieber in die Berge. Und ich will Kultur und Städte sehen. Kommt Ihnen das bekannt vor? Wieso entscheiden, wenn man auch alles zusammen haben kann? Der Trick lautet: Neapel - Rom - Capri. Diese drei Urlaubshöhepunkte Italiens kann man wunderbar zu einem Kurztrip kombinieren und so alle Geschmäcker auf einmal zufrieden stellen. Los geht's mit einem Flug nach Neapel, die Lufthansa fliegt täglich z.B. ab München. Bereits beim Anflug hat man eine phänomenale Aussicht auf das Mittelmeer, den Golf von Neapel mit den Inseln Capri und Ischia und den Vesuv.
Neapel befriedigt die Bedürfnisse von Stadt-Touristen und Natur-Fans gleichermaßen. An der Uferpromenade Via Partenope finden sich schicke, sowie preisgünstige Hotels und Restaurants direkt nebeneinander. Von hier aus lassen sich auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen. Umgeben von einem kleinen Jachthafen und pittoresken Restaurants, dominiert die Uferpromenade das Castel dell'Ovo. Dieses Kleinod aus dem 9. Jahrhundert liegt auf einem vorgelagerten Felsen und ist mit dem Ufer durch eine Brücke verbunden. Das Castell heißt wörtlich übersetzt Eierburg. Diesen denkwürdigen Namen verdankt es Vergil, der der Legende nach ein verzaubertes Ei in die Mauer eingelassen hat, um sie zu kräftigen. Würde man dieses Ei finden und entfernen, wäre die kleine Burg dem Verfall ausgeliefert, solange das Ei gut versteckt in den Mauern ruht, kann der Burg niemand etwas anhaben. Heute beherbergt das Castel dell'Ovo wechselnde Themenausstellungen, sowie das Museo di Etnopreistoria.
Weitere kulturelle Höhepunkte Neapels sind die Altstadt mit dem dominanten Castel Nuovo, von dem aus man das historische Napoli erkunden kann. Dahinter warten der Palazzo Reale, der ehemalige Palast des Vizekönigs aus dem 17. Jahrhundert, der heute die Nationalbibliothek beherbergt, und das Teatro San Carlo, einst die größte Oper der Welt. Gegenüber wird der Platz von der klassizistischen Kirche San Francesco die Paola begrenzt, die an das Pantheon in Rom angelehnt wurde. Geht man ein Stück weiter ins Stadtinnere, erreicht man die Galeria Umberto I. Nach dem Vorbild der Mailänder Galeria Vittorio Emanuele II. errichtet, ist sie eines der ersten Einkaufszentren der Welt in der Architektur des 19. Jahrhunderts.
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Für diejenigen, die lieber der Großstadt entfliehen wollen, ist ein Mietwagen ratsam. Mit ihm kann man den Golf von Neapel Richtung Süden hinunter fahren und die italienische Landschaft genießen. Ein Besuch des Vesuv lohnt sich für Spaziergänge und ein Abstecher zu den Ausgrabungsstätten von Pompeji und Herculaneum, die beide beim Ausbruch des Vesuvs 79 n. Chr. untergegangen sind. Die Asche hat das Leben konserviert und gab Archäologen Aufschluss über den Alltag vor knapp 2.000 Jahren. Bekannter ist natürlich Pompeji mit dem Forum, dem Kapitol, den Tempelanlagen und den Häusern der einfachen Bewohner, bis hin zum Rotlicht-Bezirk. Schöner und besser erhalten ist jedoch Herculaneum. Weiter geht's, wenn man will, zur Halbinsel von Sorrent, wo sich das italienische Dolce Vita in seiner Reinkultur erleben lässt. Nicht versäumen sollte man bei einem Besuch der Amalfiküste unbedingt den Genuss des traditionellen Limoncellos, einem Likör aus den hier angebauten großen Zitronen.
Nur fünf Kilometer vor Sorrent liegt die Insel Capri, die als nächster Zwischenstopp dienen kann. Mit dem Schiff dauert die Überfahrt von Sorrent aus ca. 30 min. und von Neapel etwas mehr als eine Stunde. Dafür kann man in dieser Zeit den Rundblick auf den Golf besonders schön genießen. Capri ist autofrei, wer nicht zu Fuß gehen möchte, kann ein Taxi nehmen, dazu stehen schon am Hafen von Marina Grande, wo die Fähren ankommen, schicke Oldtimer bereit. Wagemutige können sich auch einen Roller leihen, die Insel ist nur ca. 10 m² groß und lässt sich bequem in einem Tagesausflug erkunden. Die Straßencafés am Hafen sind zwar schön, aber sehr teuer. Wer nach Capri kommt sollte sich schon die Mühe machen, zur Altstadt von Capri Stadt hinauf zu steigen. Der Aufstieg ist beschwerlich, wird aber mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Oben angekommen kann man auf die andere Seite hinunter gehen, zum Marina Piccola. In Buchten und schmalen Sandstränden ist dort Baden und in der Sonne liegen angesagt. Unbedingt empfiehlt sich eine etwa einstündige Rundfahrt mit einem Motorboot um die Insel. Vom Boot aus lässt sich die raue Schönheit der Kalkfelsen am besten bewundern. Die Fahrten führen auch vorbei an den Naturdenkmälern, für die Capri berühmt ist: die blaue Grotte und die Faraglioni.
Nach dem Ausflug nach Capri können noch einmal die Kulturliebhaber voll auf ihre Kosten kommen. Mit dem Zug ist man in einer bis zwei Stunden in der ewigen Stadt Rom. Die schnelleren Verbindungen sind teuer, dagegen kostet eine zweistündige Fahrt im Bummelzug nur 10 Euro. Wenn man Rom in kurzer Zeit entdecken möchte, muss man gut organisiert vorgehen. Den schnellsten Überblick und ein günstiges Verkehrsmittel in einem bekommt man mit einem der vielen Hop-on/Hop-off-Bussen, die alle zentral vor dem Bahnhof abfahren. Ein Tagespass kostet nur 12 Euro, dafür kann man bis zum Betriebsschluss so oft aus- und einsteigen wie man möchte und bekommt auf der Strecke auch noch interessante Informationen über die Gegend in mehreren Sprachen per Kopfhörer. Aussteigen lohnt sich z.B. am Forum Romanum, dem Colloseum und natürlich am Vatikan.
Wer möchte, kann dazwischen auch einmal eine Station zu Fuß laufen, um etwas mehr vom römischen Flair mitzubekommen. Im Vatikan sollte man sich etwas mehr Zeit gönnen, aber bitte nicht, um in einer der endlosen Schlangen anzustehen, die sich vor den großen Sehenswürdigkeiten bilden. Einheimische Agenturen bieten Kombitickets für Führungen durch die Musei Vaticani, die Sixtinische Kapelle und den Petersdom an. Der Guide ist über Kopfhörer und Mikrofon mit seiner Gruppe verbunden und schleust alle an den Heerscharen von Wartenden vorbei, direkt hinein in die Sehenswürdigkeiten. So ein Ticket kostet 40 Euro, ist sein Geld aber mehr als wert. Allein in den Vatikanischen Museen könnte man Tage verbringen, der Guide zeigt die wichtigsten Exponate und erklärt knapp die Zusammenhänge, so dass man einen guten Eindruck bekommt.
Anschließend sollte man noch unbedingt zur Spanischen Treppe und dem Trevibrunnen weiterfahren, weil in dieser Gegend die Atmosphäre der Stadt besonders gut spürbar ist. Hier muss man sich auch unbedingt Zeit nehmen, um ein Eis zu essen, oder sich nach den Anstrengungen des Sightseeings mit einer Pizza zu stärken. An einem Tag hin und zurück ist stressig, außerdem bietet Rom schöne Unterkünfte, die außerhalb der Hauptsaison auch gar nicht so teuer sein müssen. Die günstigeren Hotels liegen allerdings außerhalb der Innenstadt. Die Busanbindung ist in Rom fast überall sehr gut, jedoch verwirrend. Taxis kosten deutlich mehr und es ist nicht gesagt, dass sich der Taxifahrer besser auskennt, als der Tourist. Sicherheitshalber sollte man einen Festpreis aushandeln und auf diesen bestehen. In den meisten Hotels ist das Personal gut geschult und sehr hilfsbereit, so dass man sich auch vom Portier noch einen Tipp abholen kann.
Das italienische Rundum-Programm lässt sich zurück in Neapel noch mit ein paar Tagen Strand abschließen, damit der Erholungsfaktor auch nicht zu kurz kommt. Oder wer immer noch nicht genug hat, kann natürlich auch noch einen Ausflug zur Insel Ischia oder der antiken Römerstadt Baiae dranhängen. Möglichkeiten gibt es mehr als genug und wer einmal angefangen hat, den Golf von Neapel und Rom zu entdecken, der wird immer wiederkommen wollen.
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Hafen von Capri
In den Musei Vaticani
In der Sixtinischen Kapelle
Blick über den Petersplatz
Der Vesuv
Blick auf den Strand von Marina Grande
Die Faraglioni
Im Hafen von Neapel
Castel dell'Ovo