Stadtrundgang durch den Norden von Paris

Ein Stadtrundgang durch den Norden von Paris führte uns zur imposanten Basilika Sacré Coeur ins aufregende Nachtleben vom Vergnügungsviertel Pigalle und zur Galeries Lafayette.

Mit dem Nachtzug aus Berlin trafen wir am Morgen des fünften Oktobers 2008 in der französischen Hauptstadt Paris ein. Obwohl dies nicht unser erster Besuch war, konnten wir es kaum erwarten und freuten uns, die Sonne dabei beobachten zu können, wie sie über der riesigen Metropole am Himmel empor stieg. Die Stadt schien noch ruhig und war leicht im Morgendunst versunken, aber dieser Eindruck änderte sich unmittelbar nach der Ankunft am Bahnhof Gare de l'Est. Hier herrschte lebhaftes Treiben. Menschen eilten von Ost nach West, von Nord nach Süd, um ihre Züge, Metros oder RER-Bahnen zu erreichen. Wir ließen uns von der Hektik nicht anstecken und beobachteten amüsiert die wie Ameisen umher laufenden Pariser, während wir gemütlich zur Metrostation schlenderten. Da wir uns vorgenommen hatten, einen Stadtrundgang durch den Norden von Paris zu machen, verzichteten wir auf das Touristenticket Paris Visite und kauften einen normalen Fahrschein.

Place de Clichy – Zentrum unserer Paris-Reise

Der Gare de l'Est hat keine direkte Verbindung zum Place de Clichy, unserem Zielbahnhof, und so stiegen wir in Barbès Rochechouart in die Metrolinie 2 um, die uns in wenigen Minuten an unseren Bestimmungsort chauffierte. Ein kurzer Blick auf die Karte verriet uns, dass es nur einige Meter bis zum Hotel in der Rue Darcet waren. Das von außen unscheinbare Hotel Camélia International befand sich in einer kleinen Seitenstraße, rechts des Boulevard des Batignolles. Wir wurden herzlich begrüßt und suchten sogleich unser Zimmer auf. Ein großes französisches Bett, ein Wannenbad und ein Fenster, das einen Blick auf die schattigen Gassen von Paris gewährte, genügte unseren Ansprüchen völlig. Schnell legten wir unsere Sachen ab und zogen wieder los, immerhin hatten wir nur zwei Tage und eine Nacht Zeit für unseren Stadtrundgang durch den Norden von Paris.

Vom Place de Clichy zur Sacré-Coeur

Unser Tagesziel war der Besuch der berühmten Basilika Sacré-Coeur. Von der Avenue de Clichy bogen wir aber zuerst zum drittgrößten Friedhof Frankreichs ab – dem Cimetière Montmatre. Die fast 200 Jahre alte Grabstätte beherbergt viele verstorbene Menschen, darunter auch zahlreiche berühmte Persönlichkeiten. Der uns bekannte deutsche Dichter Heinrich Heine ist eine von ihnen. Nachdem wir die aufwendigen Denkmäler begutachtet hatten, wechselten wir bei unserem Stadtrundgang durch den Norden von Paris vom Thema Tod zum Thema Liebe. Paris wäre nicht die Stadt der Liebe, hätte sie diesbezüglich nicht das ein oder andere Wahrzeichen. Zu den beeindruckendsten gehört für mich die Mur des je t'aime. Am Square des Abbesses gelegen, versteckt sich diese besondere Mauer hinter einem gemütlich angelegten Park. Der Künstler Frédéric Baron ließ für dieses Werk vorbeikommende Touristen die drei berühmten Worte in ihrer jeweiligen Landessprache notieren. In insgesamt 250 verschiedenen Sprachen steht dort „Ich liebe dich“ geschrieben, für immer in Stein verewigt.

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Gefüllt mit Liebe, bummelten wir weiter durch die engen Gassen des Pariser Nordens. Hier und da blieben wir an einem der bunten Schaufenster stehen und genossen das französische Flair. Dann plötzlich tauchte sie vor uns auf – die riesige Treppe der Sacré-Coeur. Unzählige Treppenstufen erwarteten unseren Aufstieg, obwohl gleich nebenan eine Standseilbahn fuhr, die uns bequemer und schneller ans Ziel gebracht hätte. Da wir jedoch keinen Aussichtspunkt verpassen wollten, entschieden wir uns, wie es sich bei einem richtigen Stadtrundgang durch den Norden von Paris gehört, zu laufen.

Mit mehreren Verschnaufpausen kamen wir schließlich oben an und erhielten einen atemberaubenden Blick über Paris. Ein kurzer Rundgang durch die berühmte Pilgerstätte folgte. Die 237 Stufen zur Kuppel der Sacré-Coeur ersparten wir uns allerdings, auch wenn dies bei dem herrlichen Wetter einen Panoramablick bis zu 40 Kilometer weit bedeutet hätte. In Anbetracht der Tatsache, dass wir für unseren Stadtrundgang durch den Norden von Paris allerdings noch einiges an Kraft brauchten, gaben wir lieber unserem Forscherdrang nach und schlichen zur Rückseite der Kirche. Dort war es still und ruhig. Kein einziger Mensch war weit und breit zu sehen, nur ein kleiner, idyllischer Park, der uns mit vielen Bänken eine angenehme Erholungspause verschaffte, bevor wir unseren Stadtrundgang durch den Norden von Paris fortsetzten.

Vergnügungsviertel Pigalle

Unser Weg zurück führte über den Place Pigalle. Dort wollten wir das berühmte Vergnügungsviertel bereits bei Tageslicht auskundschaften, um den idealen Ort für die Nacht zu finden. Am Tag sah das berüchtigte Milieu gar nicht so gefährlich aus. Sicher, hier und da tauchten einige Sexläden auf, und ein sehr interessantes Museum, aber sonst erschien alles wie eine normale Einkaufsstraße, die links und rechts von Geschäften gesäumt war. Über den Boulevard de Clichy schlenderten wir gemütlich zum Hotel zurück, machten nur kurz bei einem McDonalds Restaurant halt, um uns etwas zu essen mitzunehmen, und ruhten uns im Zimmer ein wenig aus.

Pünktlich zum Anbruch der Nacht liefen wir erneut den Boulevard ab, diesmal in die andere Richtung. Es war schwer zu glauben, dass dies derselbe Weg war wie nur wenige Stunden zuvor. Alles war getaucht in buntes Licht. An den Geschäften leuchteten grelle, einladende Schilder und hier und dort war Musik zu hören. Unser Ziel war die Discothek La Loco, die sich direkt neben dem weltberühmten Varieté Moulin Rouge befand. Nette Türsteher zeigten uns den Weg hinauf zu einem der Dancefloors, und hinter einer gemütlichen Sitzecke sahen wir auch schon die tanzwütigen Besucher. Das Publikum war absolut normal, und auch die Preise an der Bar sorgten dafür, dass wir den ein oder anderen Cocktail trinken konnten. So ließen wir unseren Stadtrundgang durch den Norden von Paris feuchtfröhlich und feiernd ausklingen, bevor wir uns gegen drei Uhr wieder zurück ins Hotel begaben.

Einkaufen in den Galeries Lafayette

Am nächsten Morgen mussten wir das Hotel wieder verlassen. Vor unserer Abfahrt am Abend setzten wir den Stadtrundgang durch den Norden von Paris allerdings noch ein wenig fort. Wir schlenderten diesmal in die andere Richtung, die Rue Amsterdam entlang. Vorbei am Bahnhof Gare St. Lazare steuerten wir auf das berühmte Kaufhaus Galeries Lafayette zu. Zahlreiche Abteilungen erwarteten uns hier, und so stöberten wir seelenruhig auf der Suche nach einem geeigneten Souvenir.

Von dort konnten wir direkt mit der Metrolinie 7 zum Bahnhof Gare de l'Est fahren. Da wir noch ein wenig Zeit hatten, holten wir uns einen Kaffee zum Mitnehmen, ein frisch belegtes Baguette für die Heimfahrt und etwas Reiselektüre in einem der vielen Zeitungsläden. Wir lauschten dem hektischen Treiben der Pariser, die nun Feierabend hatten und erneut den Weg zu ihren Zügen, Metros und RER-Bahnen suchten, und liefen langsam zu unserem Gleis. Der Zug wartete schon und so bestiegen wir unser bequemes Schlafabteil. Wehmütig schauten wir bei der Abfahrt auf Paris zurück und beobachteten die Sonne dabei, wie sie über der französischen Hauptstadt versank.

Reisebericht als PDF
Autor: Liane Spindler  18.08.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja (1) | Nein

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