Südafrika ist nicht nur Johannesburg

Johannesburg ist sicherlich eine der bekanntesten Städte in Südafrika. Aber Südafrika ist nicht nur Johannesburg.

Zebras und Büffel im Krüger Nationalpark

Ich hatte mich gut drauf vorbereitet – dachte ich. Jede Menge Berichte gelesen, Informationen direkt vom Auswärtigen Amt eingeholt, Reiseführer gewälzt, sogar einen Englisch-Auffrischungskurs in der VHS besucht. Aber Überraschungen gab es trotzdem noch reichlich. Ich weiß nicht mehr warum, aber ich hatte ausgerechnet einen Flug nach Johannesburg gebucht. Warum nur Johannesburg? Schließlich ist Johannesburg eine der gefährlichsten Städte Afrikas! Denn darüber hatte ich mich nicht gut vorbereitet und habe das, was ich gelesen habe, unterschätzt. Nach der Landung sofort in ein – auf alle Fälle zertifiziertes Taxi (kosten weniger als bei uns die Stadtbusse) – und dann sofort in die Hotelanlage.

Mit dem Chauffeur konnte ich mich nett unterhalten und meine aufgefrischten Englischkenntnisse ausprobieren. Im Hotel hinter dem Schlagbaum angekommen, ging ich nach dem Einchecken in mein sauberes, gepflegtes Zimmer. Ich war zwar müde, wollte mir aber noch die Füße vertreten. Ausgerüstet mit Kamera und kurzen Hosen, trotz beginnenden afrikanischen Winters, war ich als Touri eindeutig zu identifizieren. Ein paar Schritte über den großen Parkplatz, kurz vor den Schlagbaum. Ja, Schlagbaum, so ist das hier in Johannesburg, alles wird bewacht und beschützt. Bloß nicht mal einfach so auf die Straße - zu gewagt. Taxi – Shopping Mall (riesengroß) – Taxi – Hotelanlage – Taxi – Flughafen. Eine Stadtrundfahrt habe ich auch gemacht, das Gefährt dabei aber nicht verlassen.

Aber Südafrika ist nicht nur Johannesburg. Mit dem Camper bin ich nach 2 Tagen weiter nach Durban, 1.700 Kilometer durch das östliche Südafrika mit einem Abstecher in den Krüger-Nationalpark, nördlich gelegen. Herrlich, nicht nur der Krügerpark! Überall freundliche Menschen, Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft. Wunderschöne Plätze zum Campen, auch die Namen der Orte haben einen hohen Wiedererkennungswert: Belfast, Amsterdam, Bethlehem, aber auch Frankfort, Heidelberg und eine Reihe andere bekannter Städte sind zu entdecken. Kurz vor Durban geht es auf einen Campingplatz direkt am Meer. Ich bekomme mit meinem Britz-Mercedes den „Stellplatz No. 1“ zugewiesen, und das ohne Anmeldung und obwohl der Platz gut belegt ist. Warum der ausgerechnet die Nr. 1 hat entdeckte ich, als ich mich draufstellte: Erhöht, auf einem Plateau, ca. 200 Meter über dem Meeresspiegel, frontaler Blick auf den indischen Ozean. Grandiose Aussicht, unvergesslich!

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Nach einem zünftigen Braai (Grillen) und einer Nacht auf No. 1 ging es weiter nach Durban. Wenn man so wie ich aus einer kleinen Großstadt kommt ist so eine große Großstadt mit über 3 Mio. Einwohnern (Johannesburg hat übrigens knapp 4 Mio.) schon beeindruckend. Zumal die Bevölkerung keineswegs einer bestimmten Ethnie zugehörig ist. In Deutschland wird seit Jahren über Multikulti gesprochen, hier wird sie praktiziert: Asiaten, namentlich Inder, Weiße, Schwarzafrikaner und natürlich die unterschiedlichsten Mischungen der Volksgruppen ergeben ein buntes Bild. Anders als in Johannesburg kann sich hier der Touri ohne Angst um Leib und Leben bewegen und sich ein Bild von der Vielfalt machen. Natürlich sollten aus eigenem Interesse die üblichen Sicherheitsstandards eingehalten werden, so wird z. B. dringend geraten bestimmte Stadtviertel zu meiden. Das sind aber Dinge die in jeder Stadt weltweit beachtet werden müssen.

Nach ein paar Tagen gefahrloser Sightseeing-Unternehmungen ging es mit dem Flieger (den Britz habe ich in Durban abgegeben) weiter nach Kapstadt, der drittgrößten und nach meiner Meinung schönsten (Groß-)Stadt Südafrikas. Hier nun gibt es, für mich besonders interessant, reichlich über die Geschichte Südafrikas zu erfahren. Was nicht wundern sollte, ist Cape Town doch eine der ältesten Ansiedlungen in Südafrika. So steht hier mit dem Castle of Good Hope das älteste Gebäude Südafrikas. Ebenso ein „Must go“ ist die Victoria & Alfred Waterfront, ein Einkaufszentrum am alten Hafen, wunderschön gelegen. Von hier aus sollte auch ein Ausflug nach Robben Island gemacht werden, der Gefängnisinsel auf der Nelson Mandela von 1964 bis 1982 inhaftiert war. Spätestens jetzt sollte man sich Gedanken über die Geschichte Südafrikas machen, sie ist gezeichnet von Ungerechtigkeit und Brutalität einzelner Volksgruppen gegen andere. Aber leider war auch das nach ein paar Tagen vorbei, dann ging es mit dem Flieger wieder nach Jo’burg und nach diversen Taxifahrten und Aufenthalten in Malls ging es zurück in die Heimat. Fazit: Südafrika jederzeit wieder – dann aber ohne Johannesburg.

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Autor: klaus1711  27.10.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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