Thailand: "Same, same but different"

Eine Reise voll beklemmender Busfahrten, schöner Strände und abenteuerlicher Ausflüge. Das Ziel: Thailand. Backpacker-Land Nr. 1. Dort, wo alles "same, same but different" ist.

Vier Wochen in Thailand. Vier Wochen Traumurlaub auf kilometerlangen Sandstränden, träumerischen Buchten und einer atemberaubender Unterwasserwelt. „Wäre das nicht was?“ fragt uns der Reiseveranstalter und hält uns auch schon den Katalog unter die Nase. „Na klar!“ Auch wenn wir kein asiatisches Abenteurer wie im aktuellen Film "Same Same But Different" von Detlev Buck erwarten, wollen wir in den fernen Osten. Gesagt, gebucht und einige Tage später stehen wir hier – mitten in Thailand, mitten im Land unserer Träume?

Die ersten Schritte vom Flughafengebäude hinaus in das Ziel unserer Träume waren beeindruckend. Beeindruckend bedeutungslos. Wir stehen in einer langen Schlange von wartenden Touristen und lassen uns nach langen Minuten des stillen Verharrens („thai, thai“) mit einem maroden Taxi überteuert in unser Hotel fahren. Trotz der bescheidenen Ausstattung und des antiquierten Flairs, die die abgetretenen Teppichböden und niedrigen Decken verbreiten, wird es die beste Unterkunft sein, in der wir in den nächsten vier Wochen absteigen. Schließlich wollen wir das Land erkunden und wagen das Unterfangen, vier Wochen mit dem Rucksack durch das Land zu reisen. (Die Idee hatte sicher niemand vor uns!)

„One Night in Bangkok“, wer kennt in nicht den ins Ohr gehenden Song von Murray Head. Nach der ersten Nacht hier in der knapp zehn Millionen starken Metropole in Südasien erhält der Liedtitel eine andere Bedeutung: Auch wir hätten es bei einer Nacht belassen sollen. Bangkok – die Stadt der beißenden Hitze und des betäubenden Lärms, die Stadt der dreisten Taxilenker und überteuerten Touristenzentren.

Angebote auf Karte zeigen

„Was wird in diesem Land eigentlich nicht touristisch verwertet?“, wirft meine Freundin berechtigterweise ein. Ich bleibe ihr die Antwort schuldig, denn der wartende Taxilenker, den ich nach dem Weg frage, hält schon ungeduldig die Hand auf. Nein, diesmal nicht, wir finden den Weg auch alleine. Oder doch nicht? Bangkok hat weder ein erkennbares Zentrum, noch tun sich uns nach vier Tagen Anwesenheit markante Orientierungspunkte auf. Das einzige brauchbare Fortbewegungsmittel ist und bleibt das Taxi. Mit dem Tuk-Tuk, einem mit Rasenmähermotor betriebenen Gefährt, überkam uns schon nach wenigen Metern der Gedanke, an einer Abgasvergiftung unseren Urlaub verfrüht beenden zu müssen. Auch die obligatorischen Zwischenstopps in den Schmuckboutiquen ließen uns die korrupten Taxilenker herbeisehnen.

Das alles ist Bangkok und irgendwie erhält die Millionenstadt dadurch eine einzigartige Note. Moderne und Tradition bilden ein turbulentes Ganzes. In minutenschnelle taucht man vom hektischen Treiben auf den Straßen in eine beschauliche Ruhe, die die zahlreichen Tempelanlagen (z. B. Wat Pho mit dem übergroßen Steinphallus als Symbol der Fruchtbarkeit) umgibt. Vergoldete Buddha-Statuen, betende Mönche und ehrfürchtige Touristen gehören ebenso zum Stadtbild wie die kühnen Tuk-Tuk-Fahrer, schallenden Straßenverkäufer und ungenierten Weltenbummler.

Nach fünf Tagen in dieser Stadt, drei beeindruckenden Tempeln und einem betäubenden Touristen-Mekka (ein Muss ist die Khao San Road) begeben wir uns in den Süden auf der Suche nach der Erholung, die uns verheißen wurde. Dazwischen liegt eine dreizehnstündige Fahrt, in einem schäbigen und stark klimatisierten Bus mit einem Lady-Boy als Reisebegleiter(in). Nach der Ankunft in Surathani werden wir mit zig anderen Touristen in ein Boot gebracht. Das Ziel lautet Koh Phangan – die Insel für Junge und Junggebliebenen. Hier im Örtchen Haad Rin, dem vermeintlichen Paradies für prädestinierte Aussteiger, reihen sich Bars und ein Bungalows (einfach gehalten, aber empfehlenswert: Haad Rin Resort direkt am Strand) aneinander. Nächtens zu später Stunde füllt sich der tagsüber leere Strand mit fortgeh-erprobten Jugendlichen von überall auf der Erdkugel. Apros Ball: Zu Vollmond zieht die berühmt berüchtigte „Full-Moon-Party“ bis zu zehntausend „Partyaner“ an den Strand.

Gefeiert, getrunken und gegrölt wird bis in die frühen Morgenstunden und auch darüber hinaus. Wir hielten zwei Tage durch und flüchteten dann in den Norden der Insel. Nur wenige Kilometer entfernt bot sich uns ein völlig anderes Bild im Fischerdorf Chaloklum (Unterkunft: Chaloklum Bay Resort, Termiten inklusive, ansonsten wunderbar einfach) Kilometerlange einsame Strände und freundliche (!) Thailänder. Ein selbstgebautes Boot, das einer motorisierten Gondel glich, brachte uns jeden Tag in paradiesische Buchten wie dem wunderschönen Bottle Beach. Am Abend bestach das kleine Fischerdörfchen mit familiären Restaurants, in denen wir unsere Gaumen mit allerlei Köstlichkeiten verwöhnten – fangfrisch versteht sich. Das war es, wonach wir suchten, das Thailand unserer Träume!

Nach sieben Tagen Ruhe und Regeneration fühlten wir uns gewappnet für die Weiterfahrt nach Koh Phi Phi. Das heißt: Zwölf Stunden Nachtfahrt mit einem Boot, dass selbst erprobten Piraten die Zehennägel hätte aufrollen lassen. Dann endlich: Ankunft in der bekannten „The Beach“-Filmkulisse Ko Phi Phi. Dieselben Leute, dasselbe Bild (Jetzt verstehen auch wir die thailändischen Englischverse: „Same, same, but different!“): Touristen soweit das Auge reicht. Dazwischen können wir noch letzte Spuren des Tsunami, der hier vor einigen Jahren große Teile der Insel vernichtet hat, erkennen. Der besagte Strand auf Ko Phi Phi Leh, der schon Leonardi di Caprio den Kopf verdrehte, ließ uns milde gesprochen ziemlich kalt. Mit dem großen Ausflugsschiff durften wir ohnedies nicht in die Bucht einfahren. Versäumt haben wir aber nichts, denn es gab ohnedies noch viel schönere Strände zu entdecken. Nicht nur an Land, auch unter Wasser offenbarte sich uns eine einzigartige Schönheit und Farbenpracht. Im türkisblauen Meer gemeinsam mit Nemo & Co. zu schwimmen lässt jedes Urlaubsherz erfreuen. Empfehlenswert ist auch der Aufstieg zum auf 186 Meter Höhe gelegenem "Viewpoint" von Koh Pi Pi zu Sonnenuntergang!

Zwei Frauen auf der Suche nach Erholung und Entspannung. Gefunden haben wir beides, doch der Preis dafür war hoch. Wer nach Thailand fahren will, sollte einige Dinge beachten. Die thailändische Bevölkerung ist mittlerweile schon zu sehr an Touristen gewöhnt, die in erster Linie als willkommene Geldquelle betrachtet werden. Erholungsbedürftige sollten einen großen Bogen um die Touristenzentren machen. Die Suche nach dem ursprünglichen Thailand lohnt sich auf alle Fälle. Abseits der gigantischen Hotelbauten und überteuerten Einkaufsmeilen offenbarten sich uns jene träumerischen Kulissen und freundlichenThailänder, die uns versprochen wurden. Thailand ist ein ideales Einstiegs-Reiseland für Rucksacktouristen. Es ist sicher und touristisch erschlossen. Problemlos gelangt man von A nach B, vorausgesetzt man bringt die nötige Ruhe und Gelassenheit mit. „Same, same bute different“ gilt dort auch für Europäer als Lebenseinstellung.

Reisebericht als PDF
Autor: luftikus  27.09.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja (3) | Nein (2)

Dein Kommentar zu Thailand: "Same, same but different"

Weiterführende Inhalte zu Thailand: "Same, same but different"

Angebote auf Karte zeigen
Tuk Tuk Rikscha | AllgemeinesDie Tuk- Tuk Rikscha ist das Taxi Bangkoks. Der Name kommt von dem...
Thanon Khao San | Restaurantdas sogenannte "gateway to southeast asia"! die khao san...
Mein Thailand Tauchurlaub | TripFürn Thailand Tauchurlaub bieten sich ja einige Destinationen an,...
Günstige Hotels Bangkok | TripFür meinen schmalen Geldbeutel suchte ich günstige Hotels Bangkok, um...
Bangkok: Backpacking, Unterkünfte,.. | Artikel Schon bei der Ankunft am Flughafen Bangkok stellt sich die Frage: Was...
Günstige Unterkunft Thailand | ArtikelEine günstige Unterkunft Thailand findet sich meist wie von selbst....
;