Thorn - Gotisches Wunder an der Weichsel

Thorn gilt seit jeher als das gotische Wunder an der Weichsel, mit einem komplett erhaltenen Ensemble der Architektur aus dem späteren Mittelalter.

Thorn - gotisches Wunder an der Weichsel, die Geburtsstadt Kopernikus, ist ein herrliches Beispiel der gelungenen Renovierung einer gotischen Altstadt. Die früher zum Teil baufälligen Denkmäler strahlen jetzt mit ihren sanierten, roten Ziegeln dem Blau der breiten Weichsel entgegen. Die aufgeweckte Altstadt wirkt trotz ihres Alters wieder wie neu - die tadellos sanierten Fassaden sind ein Wunder der mittelalterlichen Kunst, während die gewölbten Keller und Pubs mit dem pulsierenden Nachtleben nicht nur die Studenten der örtlichen Universität anlocken.

Der alte Kern der Stadt Thorn, gotisches Wunder an der Weichsel, bedeckt mehr als 100 ha und ist damit sogar größer als der in Krakau. Innerhalb der alten Stadtmauer, die größtenteils noch erhalten geblieben ist, stößt man erfreulicherweise auf keine Gebäude die jünger als 200 Jahre alt sind, damit kann nichts die einzigartige Harmonie des mittelalterlichen Ensembles stören. Zahllose enge Gassen sorgen häufig für Verwirrung, aber früher oder später erreicht man endlich den riesigen Marktplatz. Hier beobachtet Kopernikus die Mengen, die sich an seinem Fuße treffen. Das Denkmal, enthüllt im Jahre 1850, gilt seit jeher als beliebter Thorner Treffpunkt. Gleich daneben zieht sich der Rathausturm hoch in den Himmel, das ganze Gebäude mit seinen vier Flügeln stellt das größte erhaltene gotische Rathaus Europas dar. In dem Innenhof finden während der Sommermonate zahllose Konzerte statt. Hat man schon genug von all dieser Kultur, kann man sich immer als Gast in dem Rathauskeller erholen.

Nur ein paar Schritte weiter steht die große Kathedrale des Hl. Johannes, auf deren Turm Polens zweigrößte Glocke „Tuba Dei“ aus dem Jahr 1500 hängt. In dieser, schon 1750 errichteten Kirche wurde 1473 Kopernikus getauft und genau an dieser Stelle steht auch das älteste Denkmal, das ihm je gewidmet wurde. Das Haus wo der einflussreichste Astronom des Mittelalters seine Jugend verbrachte, steht am ul. Kopernika. Im dortigen Museum sind u.a. ein paar Exemplare der ersten Ausgabe seines revolutionären Buches zu besichtigen, das 1543 veröffentlicht wurde.

Östlich der Stary Rynek oder des Marktplatzes verläuft die Flaniermeile der Stadt, ul. Szeroka. Im Vergleich zu den anderen Gassen sie ist jedoch wirklich breit, da bis 1964 sogar eine Straßenbahnlinie hier entlang lief. Jetzt ist die Straße von den zahlreichen Boutiquen und anderen Luxusläden geprägt, es fehlt auch nicht an guten Restaurants und Cafés. Niemand sollte Toruń verlassen ohne den berühmten Thorner Lebkuchen einmal probiert zu haben. Schon seit dem 13. Jahrhundert werden diese Süßigkeiten hier hergestellt, zusammen mit Kopernikus dienen sie als unverwechselbares Kennzeichnen der Stadt. Dass die größte Süßwarenfabrik ebenfalls Kopernikus Namen trägt, sollte hier niemanden überraschen.

Thorn- gotisches Wunder an der Weichsel zu erreichen ist überhaupt kein Problem. Die Stadt liegt etwa 300 km östlich von Frankfurt an der Oder. Mit der Bahn von Berlin aus kommend muss man in Posen umsteigen, von hier aus gibt es dann fünf direkte Züge nach Toruń. Die meisten enden allerdings nicht in Torun, sondern fahren weiter nach Olsztyn (Allenstein) in die Masuren . Als eine etwas teurere Alternative gilt ein Flug nach Warschau und dann einer der sechs täglichen Zügen nach Toruń, die Anreise vom Warschauer Zentralbahnhof dauert knapp drei Stunden. Das hilfreiche Fremdenverkehrsamt mit vielen deutsch- und englischsprachigen Broschüren liegt direkt in der Mitte allen touristischen Geschehens am Marktplatz im Alten Rathaus. Es ist von Dienstag bis Freitag zwischen 9 und 18 Uhr, am Montag und am Wochenende von 9 bis 16 Uhr geöffnet.

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Autor: bnabrdalik  15.12.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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