Trier: ein römischer Stadtrundgang

Ein Vorschlag für einen Stadtrundgang anhand der römischen Bauwerke von Trier. Der bekannteste antike Bau Triers ist die Porta Nigra.

Dieser Artikel ist ein virtueller Rundgang durch Trier entlang der römischen Bauwerke, durch die die Stadt geprägt ist. Trier ist übrigens angeblich die älteste Stadt Deutschlands. Die einzelnen Stationen stellen die Bauwerke und ihre Geschichte kurz vor. Natürlich gibt es zu den Bauwerken noch viel mehr zu sagen, der Rundgang soll Interesse und Erkundungshunger wecken, außerdem einen Überblick schaffen, was der römische Teil von Trier zu bieten hat. Alle Bauwerke (bis auf die Viehmarktthermen) auf dem Rundgang sind seit 1986 Teil der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.

Porta Nigra – das schwarze Tor

Die erste Station und der Beginn des Rundganges ist die Porta Nigra. Die Porta Nigra (lat. schwarzes Tor) ist als römisches Stadttor erbaut worden, um 180 n. Chr., heute ist sie das Wahrzeichen Triers. Zwischenzeitlich, im Mittelalter, wurde die Porta Nigra zu einer Kirche umgebaut, und dann in der Neuzeit unter Napoleon wieder als Stadttor rekonstruiert. Durch die Verwitterung des Kordeler Sandsteins, aus dem die Porta Nigra erbaut worden ist, ist die dunkle Farbe und so auch der Name Porta Nigra entstanden. Die Trierer bezeichnen das Stadttor übrigens meist nur liebevoll als „Porta“ oder wie mach es trierisch ausspricht auch „Pochta“. Mann kann das Tor besteigen und in ihm umher gehen. Von oben bietet sich ein hübscher Blick auf die Trierer Innenstadt und auf der anderen Seite auch aus der Stadt hinaus in Richtung des Trierer Nordens.

Der Trierer Dom

Über die Simeonstraße (Fußgängerzone) und dann am Hauptmarkt nach links kommt man zum Trierer Dom. In der Simeonstraße gibt es gegenüber der Galeria Kaufhof eine architektonische Besonderheit zu sehen, das Dreikönigenhaus, bei dem die Eingangstür im 1. Stockwerk liegt. Römisch ist der Trierer Dom nicht, er stammt aus dem Mittelalter. Der Dom ist trotzdem in diesem Spaziergang aufgenommen, da er einfach zu einem Kultur-Rundgang durch Trier gehört. Der volle Name des Doms ist die Hohe Domkirche St. Peter zu Trier und er ist die älteste Kirche Deutschlands. Die erste Version des Doms wurde im 4. Jahrhundert errichtet. Der Heilige Rock ist die bekannteste Reliquie des Trierer Domschatzs, es sollen dort Fragmente der Tunika Jesu Christi enthalten sein. Sehen kann man den Heilligen Rock aber heute noch nur sehr selten, zu besonderen Anlässen. Ich persönlich finde, dass der Dom einfach ein wunderschöner ruhiger Ort ist. Besonders hübsch im Sommer ist der Innenhof mit Kreuzgang, der zum Dom gehört. Vor dem Dom findet man den Domstein (ca. 4 Meter lange Granitsäule), der Sage nach ist man erst richtig in Trier gewesen, wenn man vom Domstein gerutscht ist. Also sollte man dort hinauf klettern und fleißig runterrutschen.

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Die Konstantinbasilika

Durch die Liebfrauenstraße, an der Liebfrauenkirche, welche direkt neben dem Dom liegt, vorbei und dann links durch die Straße „An der Meerkatz“ kommt man direkt zur Konstantinbasilika. Erbaut wurde die Basilika als römische Palastaula Anfang des 4. Jahrhunderts und diente zu Beginn Kaiser Konstantin als Thronsaal. Die Basilika ist der größte Einzelraum, der aus der Antike noch erhalten ist. Heute ist die Basilika eine Kirche, sie wurde 1856 der evangelischen Kirchengemeinde „auf ewige Zeiten“ übergeben. Die Basilika ist übrigens so groß, dass die Porta Nigra zweimal in sie hinein passen würde.

Die Trierer Thermen

Gegenüber des Eingangs der Konstantinbasilika geht man die Treppen hinauf und dann einfach gerade aus in Richtung Kaiserthermen. Auf dem Weg zu Thermen kommt man durch den Palastgarten und lässt das wunderschöne Kurfürstlichen Palais darin dabei hinter sich. Die Kaiserthermen waren als große römischen Badeanlage geplant, mit der Errichtung wurde 300 n. Chr. begonnen. Die Kaiserthermen wurden allerdings nie ganz fertig gestellt, dass wurde bei der archäologischen Untersuchung der Ruinen festgestellt, deshalb wurde auch der Badebetrieb in den Kaiserthermen nie aufgenommen. Man kann in den Ruinen aber noch sehr gut die römische Bauweise aus Lagen von hellem Stein und roten Ziegeln erkennen. Nichts desto trotz sind die Thermen ein toller Ort, an dem man sich sehr gut vorstellen kann wie die Thermen zur römischen Zeit ausgesehen haben. Im Sommer werden übrigens die Überreste des Ostsaals als Freiluftkino genutzt und bietet ein einmaliges Filmerlebnis.

Die Barbarathermen liegen an der Südallee von Trier, in der Nähe der Kaiserthermen. Oberirdisch ist von den Barbarathermen nicht mehr viel zu sehen, da auch der größte Teil der Ruinen zerstört ist. Die eigentliche Sehenswürdigkeit liegt unter der Erde: dort kann man eine rekonstruierte Fußbodenheizung besichtigen, sowie eine Vielzahl von Gängen. Durch diese Gänge konnten die Feuerstellen erreicht werden und die Fußbodenheizung betrieben werden. Leider sind die Barbarathermen bis auf weiteres wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, von der Straße kann man aber einen oberflächlichen Blick auf die Thermen werfen.

Der Vollständigkeit halber seien noch die dritten Thermen in Trier erwähnt, dass sind die Viehmarktthermen. Die Überreste der Thermen sind vom Viehmarkt aus, der westlich von den Kaiserthermen liegt, von oben zu betrachten. Man kann durch einen Glasaufbau von oben und außen einen Blick auf die unten liegenden Reste der Thermen werfen und genauso in den Keller hinabsteigen und diese besichtigen. Diese werden übrigens auch für die unterschiedlichsten Veranstaltungen genutzt.

Das Amphitheater

Von den Kaiserthermen aus geht es zur letzten Station unseres römischen Rundweges. Man geht, die Thermen im Rücken, gerade aus die Olewiger Straße hinauf und findet das Amphitheater auf der linken Seite. Fertig gestellt wurde das Theater um 100 n. Chr. und bot circa 18.000 Besuchern Platz, leider ist von den Sitzreihen nichts erhalten. Unter der Arena liegt ein Keller, der heute auch noch zu besichtigen ist, von dort aus traten die Akteure in der Arena auf. Ebenfalls erhalten sind die Ein- und Ausgangstore. Das Theater wird in der Sommerzeit für die unterschiedlichsten Veranstaltungen genutzt. Am bekanntesten sind die Antikenfestspiele, bei denen unter anderem Theaterstücke, Opern und Konzerte im Amphitheater stattfinden. So eine Aufführung unter freiem Himmel bei warmem Wetter ist ein tolles Erlebnis.

Tickets und Führungen

Wenn man mehrere der Sehenswürdigkeiten unter einen Hut bringen möchte empfiehlt sich einmal die Trier Card (9 Euro), damit gibt es 25% auf den originalen Eintrittspreis und die Karte bietet auch noch weitere Ermäßigungen auf unterschiedliche Führungen, Museen, Stadtrundfahrten, Souvenirs und und und. Oder die andere Variante ist das „Römerticket“ (8 Euro) eine Sammeleintrittskarte für die Kaiserthermen, die Viehmarktthermen, die Porta Nigra und das Amphitheater. Außerdem sind zwei weitere Sehnswürdigkeiten inkludiert, die nicht in diesem Artikel vorkommen: die Klause Kastel und die Römische Villa Otrang.

Als spannende Führung können die Erlebnis-Führungen empfohlen werden, wie zum Beispiel die Führung des „Gladiator Valerius“ durch das Amphitheater oder des „Tribun Mallobaudes“ in der Kaiserthermen unter dem Motto „Verrat in den Kaiserthermen“. Die Führungen werden von einem Schauspieler gestaltet mit römischer Verkleidung und auch dem entsprechenden Auftreten, sowie Geschichten. Kostenpunkt pro Führung und pro Person ist um die 12 Euro.

Wozu auch immer man sich entscheidet, Trier und seine Sehenswürdigkeiten sind eine Reise wert. Übrigens gibt es auf dem Weg rund durch die römische Kultur viele Cafés sowie Restaurants in denen man wunderbar eine kleine Pause einlegen kann um die Füße und den Kopf zu entspannen. Viel Spaß!

Reisebericht als PDF
Autor: wiebke8  07.06.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja (6) | Nein (1)

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