Ullapool, Schottland - Portal zu den Hebriden

Ullapool ist ein kleines, charmantes Städtchen an der Westküste Schottlands, welches Insel-Begeisterten als ein Sprungbrett zu den Inneren und Äußeren Hebriden dient.

Ullapool ist ein kleiner, nahezu unscheinbarer Ort auf der Landkarte Schottlands. Es liegt an der Westküste und ist per Bus von Inverness und Fort William aus gut zu erreichen. Nur selten verirren sich Touristen hier her, die nicht aus Großbritannien stammen. Dies verleiht dem Ort eine gewisse Idylle und Menschen, die relaxen und abschalten wollen, sind hier genau richtig. „Großer“ Umtrieb herrscht in Ullapool lediglich, wenn die Busse und Fähren ankommen, um Inselurlauber von oder zu den Hebriden zu bringen. Die Fähre pendelt 2-4 Mal (je nach Fahrplan) zwischen Ullapool und Stornoway auf der Insel Lewis.

Unterkunft und Verpflegung

Für Touristen, die sich jedoch Ullapool und die umgebende Natur etwas näher ansehen wollen, gibt es eine Hand voll Hostels und Hotels, in denen man zu relativ günstigen Preisen übernachten kann. Natürlich muss dabei bedacht werden, dass Unterkunft in den Highlands und auf den Inseln immer ein wenig teurer ist und sein wird, als im Rest des Landes. Auch verhungern wird man in Ullapool nicht, so ist das „The Seaforth“ nicht nur ein nobles Restaurant, in dem man Fischgerichte und Meeresfrüchte in sämtlichen Variationen kosten kann, sondern verfügt auch über seinen eigenen - sogar mit diversen Preisen ausgezeichneten - Take Away für diejenigen, die es eilig haben.

Ullapool Museum

Ein ganz besonderes Erlebnis ist das Ullapool Museum. In dem kleinen Altbau, der in seiner Bauweise noch immer an die umgebaute Kirche erinnert, verbirgt sich ein riesiges Archiv. Da es sich um ein kleines Museum handelt, das von den wenigen Besuchern und den Mitgliedern lebt, die es unterstützen, wird hier wie in nur wenigen Museen Schottlands Eintritt verlangt. Dieser beträgt jedoch kaum mehr als ca. 5 Euro, die es einem Wert sein sollten, in die Geschichte des kleinen, aber bedeutsamen Ortes einzutauchen.

Eine Treppe führt hinauf zu einer etwa viertelstündigen Videodokumentation, in der über Ullapool, die Region um das Loch Broom - die Meeresbucht an der Ullapool liegt - und die Geschichte dieser Region eingegangen wird. Verfügbar sind ca. 10 verschiedene Sprachen, darunter auch Deutsch. Es empfiehlt sich, zuerst diese halbstündlich spielende Präsentation anzusehen, ehe man sich selbst auf Spurensuche im Museum begibt, denn darin wird unter anderem geschildert, wie bedeutsam Ullapool für die Ein- und Auswanderung war, wie wichtig in der Geschichte, da von hier aus viele Schotten vor der großen Säuberung durch die Engländer geflohen sind, usw.

In hunderten von Ordnern werden Zeitungsartikel und alte Buchseiten gesammelt, Fotos und jegliche in Papierform bestehende Auskunft über Ullapool. In den Regalen stehen zudem dutzende Bücher aus mehreren Jahrzehnten und Jahrhunderten, die Informationen über Ein- und Auswanderung beinhalten. Aber auch Ausstellungsstücke, Infotafeln und ausgestellte Bilder veranschaulichen die einstige und jetzige Situation in Ullapool. Wer also vermutet, dass er Vorfahren aus Schottland hat, kann hier in zahlreichen Büchern und Artikeln stöbern, ob er fündig wird.

Bootstouren – Auf zu den Inseln

Was wäre ein Ort am Wasser, wenn dort keine Bootstouren angeboten werden würden? Richtig! Es würde irgendwie etwas fehlen. Bootstouren in Ullapool sind nicht ganz billig, dafür enorm lang. Diverse Unternehmer bieten Touren verschiedener Länge an. Meist zwischen einer und vier Stunden, je nachdem, wie weit die Urlauber gerne kommen möchten. Die kurzen Touren kosten meist um die 15 Pfund, die längeren entsprechend mehr. Entscheidet man sich für eine ein- bis zweistündige Fahrt, so steuert man in den meisten Fällen auf die Isle Martin zu, eine kleine, unbewohnte Insel, die für ihre Fauna bekannt und für Vogelkundler ein Muss ist, denn in den steilen Wänden brüten viele verschiedene Vogelarten. Vorbei führt die Fahrt auch an Stellen, die dafür bekannt sind, dass sich Seehunde dort sonnen und im Wasser tummeln. Nahe der Isle Martin liegt eine solche Stelle und die Chancen, dass man einen der liebenswürdigen Meeresbewohner erspäht, stehen ziemlich gut.

Zudem erstreckt sich dort ein sogenanntes Crannog, eine in der Bronzezeit künstlich erbaute Insel. Diese wurde vermutlich von den Pikten errichtet. Größere Bootstouren führen zumeist zu den Summer Islands, einer Inselgruppe, die ebenfalls für ihre Flora und Fauna bekannt ist. Wer Glück hat, hat bei den größeren Bootstouren sogar die Möglichkeit nicht nur Seehunde, sondern gar Delphine zu sehen.

 

Reisebericht als PDF
Autor: halcyon  08.03.2011 |  Beitrag hilfreich? Ja (1) | Nein

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