Universität in Münster - Schauplatz im Tatort

Die Universität in Münster bildet einen wesentlichen Teil der Kulisse des Münster-Tatorts, ist sie doch prägender Bestandteil des Gesamtbilds dieser außergewöhnlichen Stadt in der Thiel und Börne ihr Revier behaupten.

Die Universität in Münster funktioniert als Schauplatz im Tatort vor allem deshalb so gut, da die Wilhelmsuniversität keine Campus-Uni ist, dass heißt, die einzelnen Fakultäten sind recht weiträumig über die Stadt verteilt, reichen vom absoluten Zentrum, dem Domplatz, bis in die Außenbereiche wie etwa Gievenbeck. Dort liegt zum Beispiel die Rechtsmedizin, die der Zuschauer häufig nur von innen sieht, Szenen die darüberhinaus auch wohl eher in Köln gedreht sind. Andere Universitätsgebäude wie etwa das Schloss tauchen dagegen häufiger im Hintergrund auf. Dennoch ist die Pathologie der eigentliche Drehort, da hier Professor Boerne seine fallrelevanten Entdeckungen und seiner Nibelungenfreundin, nicht Kriemhild sondern Alberich, das Leben schwer macht. Nicht selten kommt es hier auch zu hitzigen Diskussionen mit seinem Mieter und Kollegen Thiel.

Von den Geisteswissenschaften am Domplatz sind es nur noch wenige Meter zum Prinzipalmarkt, der guten Stube Münsters, der nach dem Krieg wieder komplett in Eigeninitiative aufgebaut wurde. Die Geschwindigkeit, mit der Boerne und Thiel im Auto an Rat- und Stadtweinhaus vorbeifliegen, kann man dort, auch wenn es keine direkte Zone 30 gibt, sicher nur selten erreichen. Zumal scheinen sie den Umweg auch häufig in Kauf zu nehmen, um eigentlich ganz woanders gelegene Tatorte zu erreichen. Dem Zuschauer kann das egal sein und der Münsteraner freut sich über so viel Werbung für seine Stadt. Wenn in der Nähe zur Universität in Münster eine Kirche gezeigt wird, dann ist das der Dom mit seiner weltbekannten astronomischen Uhr. Die Lambertikirche am Prinzipalmarkt wird oft fälschlicherweise von Touristen für den Dom gehalten, vermutlich wegen des gotischen Aussehens, das an die Kölner Kathedrale erinnert. Auch am Aasee, der Badewanne der Stadt, weil um 1900 künstlich angelegt, befindet sich noch die Universität in Münster. Hier bekommen die Studenten in der Mensa ihr Essen, das durchaus gut ist, aber nicht Professor Boernes Stil sein dürfte.

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Autor: Norbert P  11.11.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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