Usedoms östliche Schwester - Die Insel Wollin
Island Hopping geht auch an der Ostseeküste. Damit muss aber in Ahlbeck noch nicht Schluss sein, denn die polnische Insel Wollin (Wolin) ist immer eine Reise wert.
Ein Ostseeurlaub ist zu jeder Jahreszeit etwas Wunderbares. Besonders die Inseln vor der Küste sind zauberhafte Reiseziele mit verträumten Dörfern, Naturschönheiten und Badestränden. Dabei sollte man keinesfalls auf die Insel Wollin verzichten. Die Hafenstadt Swinemünde (Swinoujscie) liegt zum Teil auf Usedom, zum Teil auf Wollin. Wollin ist die größte polnische Ostseeinsel und ebenso vielgestaltig wie ihre westlichen Nachbarn. Am eindrucksvollsten erhebt sich der Wolliner Inselkern östlich des quirligen Badeorts Misdroy (Miedzyzdroje). Fast wie auf Rügen gibt es auch hier eine majestätische Steilküste, deren höchstes Kliff der Gosan-Berg ist. Beinahe 100 Meter über dem Meer thronen die Buchenwälder, deren bunte Laubfärbung im Herbst ein wahres Farbenfeuerwerk entfaltet. Bei schönem Wetter bietet sich eine gute Fernsicht über die Pommersche Bucht und entlang der Küste Usedoms.
Im Hinterland der Wolliner Steilküste liegen mehrere zauberhafte Waldseen im Wolliner Nationalpark versteckt. Einer wie der andere will erwandert und genossen sein. Beiderseits des Inselkerns ist die Landschaft flach und mit Kiefernwald bewachsen. Es gibt ausgedehnte Sandstrände und im westlichen Inselteil mehrere historische Verteidigungsanlagen. Die bekannteste von ihnen ist die Swinemünder Ostbatterie, auch Fort Gerhard genannt. Am anderen Ende Wollins wird das Land weit und still, verstreut liegen kleine Dörfchen da. Ruhig fließt die Dievenow (Dziwna) vorbei, bis sie bei Cammin (Kamien Pomorski) das Meer erreicht. Dort liegt auch Gristow (Chrzaszczewska), die bis Estland östlichste Insel auf dieser Ostsee-Seite. Ein großer Findling spiegelt sich vor ihrer Küste im flachen Wasser.
Das Städtchen Wollin (Wolin) empfängt den Fernverkehr auf der Insel. Hier sollen der Sage nach Vineta und auch die Jomsburg gelegen haben. Mehrere archäologische Freilichtmuseen laden zum Streifzug durch die Geschichte der Slawen und Wikinger ein. Weiter westlich erstreckt sich das schilfige Ufer des Stettiner Haffs, bevor erneut der Inselkern ansteigt. Regelrechte Bergwanderungen werden dort mit schönen Aussichten belohnt. Der Türkis-See bei Kalkofen (Wapnica) und die Arbeiterhäuser in Lebbin (Lubin) zeugen vom einstigen Kreideabbau, genau wie auf Rügen. Um also diese reizvolle Schwester von Usedom genauer kennenzulernen, nimmt man sich am besten gleich ein paar Tage Zeit.
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