Via Lattea - Skifahren an der Grenze zwischen Italien und Frankreich
Sestrière ist besonders durch die Austragung der Skiwettkämpfe der Olympischen Winterspiele 2006 bekannt geworden und bietet mit der grenzüberschreitenden Via Lattea eine der größten und modernsten Skiwelten Europas.
Via Lattea, übersetzt die Milchstraße, heißt die gigantische, immer schneereiche Skiwelt an der französisch-italienischen Grenze und setzt sich aus vielen verschiedenen Skigebieten zusammen: Sestrière, Sauze d'Oulx, Sansiscario und Claviere auf italienischer Seite sowie dem französischen Montgenèvre. Die 97 leichten, 223 mittleren und 80 schweren Pisten liegen auf einer Höhe von 1360 bis 2823 Metern und sind zusammen über 400 Kilometer lang!
Kennt man ein Skigebiet, fährt man einfach und bequem in das nächste und genießt das abwechslungsreiche Angebot und die umwerfende Aussicht über die Alpen. Via Lattea bietet dahingehend allerhand Möglichkeiten für Jung und Alt, für Anfänger und Fortgeschrittene oder auch für Wochenendurlauber und Tagesausflügler. Elf Skischulen helfen professionell beim Einstieg in den Wintersport und der Skiverleih bietet Ausrüstung für alle die, die selber keine haben. Um den Eindruck zu bekommen, man hätte wenigstens einen Teil aller Piste befahren, muss man mindestens eine Woche bleiben.
Die Region, Pisten und Lifte
Die Region ist vor allem für Skialpin und Après Ski gedacht, eignet sich aber auch für Langlauf und bietet außerdem zwei olympische Snowparks für alle Begeisterten des Freestyles. Auch für Freerider finden sich einige schöne Abfahrten abseits der gesteckten Pisten. Über 90 Liftanlagen bringen einen direkt und ohne Wartezeiten auf die Pisten, darunter 48 Sessellifte, 30 Schlepplifte, vier Gondeln, eine Luftseilbahn und diverse, sogenannt Zauberteppiche. Im Zuge der Olympiade wurden vor allem die Liftanlagen der Skiwelt im Jahr 2006 generalüberholt und sind nun auf dem neuesten Stand.
Hotels, Gastronomie und Après Ski
Als eine der schönsten Abfahrten gilt die Nummer 29. Die schwarzen Pisten sind eher sportlich angelegt, während dessen die Abfahrten nach Sansiscario eher familienfreundlich geplant sind. Das Après-Ski-Angebot ist in Sauze d’Oulx am reichhaltigsten und verbreitet mit guter Musik und DJs einwandfreie Feierlaune. Die Orte in den Tälern sind wahre Touristenhochburgen und die unzählbaren Hotels bieten somit auch Überraschungsgästen zumeist ein Zimmer.
In so einem großen, grenzüberschreitenden Skigebiet mangelt es folglich auch nicht an gastronomischen Einrichtungen. In den Talstationen, auf den Bergspitzen und entlang der Abfahrten reihen sich diverse Restaurants, Bars und Kneipen mit vielfältigem und internationalem Speisenangebot. Besonders empfehlenswert ist der Kaiserschmarrn in den gemütlichen Holzhütten auf den Pisten, wenn er auch etwas teuer ist, schmeckt er einfach nur unheimlich gut.
Eintrittspreise, Kritik, Fazit
Auch wenn Via Lattea unvorstellbar groß und weitflächig ist, kann es in der Hauptsaison mitunter sehr voll werden, zwar nicht an den Liften, aber wohl auf den Pisten. Besonders die vielen Skischulen mit ihrem Fahren in langen Ketten behindern hier schon mal die Abfahrt. Es empfiehlt sich daher eher in der Nebensaison zu kommen, dann kann man auf den langen Strecken gut alleine unterwegs sein und entgeht dem allgemeinen Touristenstress vor allem in den einzelnen Dörfern.
Eine Tageskarte für die Benutzung aller Skigebiete kostet 34 Euro und ist damit sogar billiger als einige österreichische Skiwelten, die nur aus einem einzigen und folglich viel kleineren Skigebiet bestehen. Andererseits macht La Via Lattea keine Unterscheidung zwischen Erwachsenen und ermäßigten Personen, Kinder bezahlen hier leider genauso viel wie die Eltern. Ein Wochenticket beläuft sich auf 180 Euro in der Hauptsaison und 120 Euro in der Nebensaison. Die Loipenbenutzung für Langlauf kostet 6 Euro pro Tag.
Die zwei einzigen Kritikpunkte, die an diesem Skigebiet anzubringen wären, sind einerseits der deutliche Mangel an sanitären Einrichtungen und andererseits der Umstand, dass das angestellte Personal vor allem an den Verkaufsschaltern kaum Englisch spricht und auch die Beschilderung nur auf Italienisch erfolgt. In den französischen Gebieten bessert sich dies deutlich, hier findet man dann auch Untertitel auf Deutsch. Im Allgemeinen sind die Pisten in Frankreich eher zu empfehlen.
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