Ville de Québec - Ein Stück Europa in Nordamerika
Vor rund 400 Jahren gründeten die Franzosen die Ville de Québec. Noch heute sind die Spuren der ehemaligen Eroberer zu sehen. Die europäisch geprägte Altstadt bietet viele Attraktionen für Touristen und Einheimische.
Die offiziell genannte Ville de Québec, auch nur Québec genannt, liegt ca. 250 km östlich von Montréal am linken Flussufer des Sankt-Lorenz Stroms. Die Stadt, mittlerweile über 400 Jahre alt, wurde im Jahr 1608 von Samuel de Champlain auf dem heutigen Place Royale an der Stelle einer ehemaligen Indianersiedlung gegründet. Québec war ab diesem Zeitpunkt die Hauptstadt der französischen Kolonie Kanada und wurde zu einer Festung aufgebaut. Nach der legendären Schlacht auf der Abraham-Ebene, die nur 20 Minuten gedauert haben soll, wurde Québec im Jahr 1759 von den britischen Truppen eingenommen und im Jahr 1763 wurde die gesamte Kolonie Kanada an Großbritannien übergeben. Bis 1791 war Québec dann Hauptstadt der britischen Provinz Québec und nachher bis 1841 die Hauptstadt von Niederkanada. Nach der Vereinigung des französisch geprägten Niederkanadas mit dem englisch geprägtem Oberkanada war Québec wieder Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.
Heute sind noch immer die Spuren der ehemaligen Eroberer in der Stadt zu erkennen. Das Château Frontenac, welches das Stadtbild der Altstadt wohl am meisten prägt, ist eine der Hauptattraktionen. Als Luxushotel einer Kanadischen Hotelkette gehört es auf Grund der besonderen Bauweise zu den meist fotografierten Hotels der Welt. Es liegt auf der höher gelegenen Haute-Ville, welche sich auf dem Cap Diamant befindet. Vor dem Château Frontenac sind mehrere Kanonen aufgebaut, die zeigen, was für eine gute Position die Stadt hat. Von diesem Standpunkt hat man einen Blick über die Verengung des Sankt-Lorenz Stroms, auf die Île d'Orléans und auf das gegenüber liegende Lévis. Die Terrasse Dufferin lädt auf einen Spaziergang ein, bei welchem man vom Cap Diamant aus einen weiten Ausblick geniessen kann.
Die Citadelle, welche sogar noch heute benutzt wird, kann besichtigt werden. Genauso kann man die katholische Basilika Notre Dame und die anglikanische St. Trinité besuchen. Andere Attraktionen der Haute-Ville sind z.B. die Rue du Trésor, wo man, ähnlich wie in Paris, Künstlern beim Arbeiten über die Schulter schauen und sich selbst in Comiczeichnungen oder Portraits verewigen lassen kann.
Die Unterstadt, auch Basse-Ville genannt, ist durch eine Zahnradbahn für Fußgänger miteinander verbunden. Auch hier gibt es viele Attraktionen. Neben der Rue du Petit Champlain, welche zum Bummeln einlädt, kann man unter anderem den wohl ältesten Ort der Stadt besichtigen. Vor der Kirche Notre Dame des Victoires soll Samuel de Champlain im Jahr 1608 mit dem Bau der Stadt angefangen haben. Zudem ist in der Nähe der Kirche ein großes Wandgemälde zu sehen, welches wichtige Punkte der Geschichte von Québec anschaulich zusammenfasst. Für besonders historisch interessierte Gäste bietet die Stadt auch das Musée de la Civilisation. Mit einer Fähre kann man auch den Fluss überqueren und das gegen gelegene Lévis besichten.
Der legendäre Carnaval d'Hiver, der Winterkarneval, findet jedes Jahr Anfang Februar statt. Bei Umzügen und verschiedenen Wettbewerben wird schnell klar, dass die Einwohner von Québec an den Winter gewöhnt sind. Neben Schneebaden im Badeanzug und Wettrudern über den vereisten St-Lorenz Strom finden auch Schlittschuhwettrennen in der Altstadt statt. Besonders ist der Schneeskulpturenwettkampf, für welchen Teams aus über 30 Ländern anreisen und jährlich beeindruckende Kunstwerke gestalten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Stadt viele Attraktionen bietet. Auch für Familien ist diese Stadt geeignet. Neben unzähligen Straßen die gar nicht oder nur wenig befahren werden, kann man sich in Québec auch entspannen. Die Pleines D'Abraham, einst Schauplatz der Schlacht, sind heute zu einem Ruhepol für die Stadt geworden. Die Stadt bietet zudem unzählige Restaurants mit internationaler Küche an.
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Ende eines Sonnentages
Chateâu Frontenac