Von Monreal zur Mosel - Durch das romantische Elztal, Teil 2

Wir wandern von Monreal zur Mosel durch das romantische Elztal. Teil 2 unserer Exkursion läßt auf Burg Eltz das Mittelalter erwachen. Der Schönheit der Burg können wir uns kaum noch entziehen.

Im ersten Teil unserer Wanderung von Monreal zur Mosel durch das romantische Elztal haben wir eine wunderschöne Strecke bis zur Pyrmonter Mühle zurückgelegt. Dort, zu Füßen der Burg Pyrmont, haben wir gediegen in dem Landgasthof genächtigt und zuvor hervorragend gespeist. Jetzt am morgen nehmen wir erst einmal die Grundlage des Tages zu uns, ein leckeres Frühstück auf der Terrasse an der rauschenden Elz. Über die Felsstufen rauscht sie unablässig hinunter und spielt die Begleitmusik für den angehenden Tag. Wir packen bald danach unsere Sachen, die Wanderstiefel finden wieder ihren Platz an den Füßen und dann geht es los. Ein Richtungsweiser an der Straße erinnert uns daran, dass wir uns im Maifeld befinden. Das Maifeld ist eine Hochebene rund um die Stadt Münstermaifeld, die praktisch von Mayen bis auf die Moselhöhen reicht und eigentlich nur aus Feldern besteht. Eintönig geht eines ins andere über, Acker an Acker, groß und weit liegen sie da und bieten den riesigen Schleppern der Maifelder Bauern kaum Einhalt.

Nur wenige Taleinschnitte durchbrechen wohltuend die Lethargie. Eines davon und das prägnanteste ist das Elztal, in das wir nun wieder tief eintauchen. Entlang von Felsnasen über steinigen Pfad führt uns nun der Weg, auf dem sich trotz sommerlicher Wärme die feuchten humosen Überbleibsel vergänglichen Grüns ausbreiten. Die Vegetation ist hier eher mager, klein gebliebene Eichen und Strauchwerk bestimmen das Bild auf dem Schiefergestein, anders die hohen Erlen, unten am Bachlauf, die ihre Nahrung aus dem Wasser nehmen und ihre Kronen zu uns hinauf schicken. Kurz darauf passieren wir erst die Schweitzermühle, dann die aufgeräumt wirkende und schön renovierte Löffelmühle. Wiederum sind es ein paar Windungen des Tales, das uns so wohltuend von einer anderen Welt da draußen trennt, und wir stehen an einer Straße, der L 110, die zum nahe gelegenen Ort Möntenich führt. Wir laufen ein Stück entlang der Straße, die wir gleich überqueren. Kurze Zeit später müssen wir an der Sauersmühle mal wieder die Elz überqueren. Kleine Wiesen werden öfter zu unsern Wegbegleitern, vermehrt führen von rechts wie von links Feldwege ins Tal hinein.

Dann endlich taucht vor uns die Burg auf, der man - zu Recht - so viele überschwängliche Attribute zollt. In einer Schleife des Baches steht Burg Eltz erhaben auf einem Felssporn, jetzt taucht auch wieder das 't' im Namen El(t)z auf. Harmonisch schaut ihr Farbkleid zu uns herüber. Aus dem Braun- und Rosttönen des Grauwackegemäuers heben sich die roten Fensterladen ab. Über den hoch aufragenden Mauern der ineinander verschachtelten Häuser und Türme ist hier und da Fachwerk auszumachen, dann glatte weiße Mauerabschlüsse; verspielte Friese sind hoch oben zu erkennen. Darüber thronen spitze Dächer aus heimischem Schiefer mit Spitzen aus Kugeln und bunten Wimpeln. Die Gründung der Burg geht wohl auf das 12. Jahrhundert zurück, da wird zum ersten Mal ein Graf Rudolf zu Eltz urkundlich erwähnt. Gebaut wird ständig an der Eltz, Mitte des 13. Jahrhunderts erfolgt die Aufteilung der Burg in drei Linien die Familie: Eltz-Rodendorf, Eltz-Kempenich und Eltz-Rübenach, die alle das Wohn-und Baurecht besitzen. Rund um den engen Innenhof entstand eine Vielzahl von Gebäuden, die, als es in die Breite nicht mehr möglich war, entsprechend aufgestockt wurden. So entwickelte sich das heute bekannte verschachtelte Gesamtbild und zunehmende statische Probleme.

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Während des Pfälzer Erbfolgekrieges 1688 und 1689 wurden die meisten Burgen im Rheinland zerstört. Ein hoher Offizier des französischen Heeres, Graf Hans-Anton zu Eltz-Üttingen verhinderte die Zerstörung der Burg Eltz. Damit gehört sie neben Schloss Bürresheim zu den zwei Burgen, die nie durch kriegerische Handlungen zerstört oder auch nur schwer beschädigt wurden. Nur ein schwerer Brand setzte der Burg 1920 zu. Dabei wurden Teile des Kempenicher Hauses und der Bibliothek zerstört. Unersetzliche Dokumente, Ausstattungsgegenstände und Kunstwerke wurden ein Raub der Flammen.

Die Burg Eltz ist auch heute noch, nach über 800 Jahren im Besitz der Grafen von Eltz. Deren vollständiger Name lautet: 'Grafen und Edle von und zu Eltz, genannt Faust von Stromberg'. Die väterliche Linie besteht heute in Dr. Karl Graf zu Eltz fort, der sich in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege des Landes Rheinland-Pfalz und in familiärem Pflichtbewusstsein der ständigen Restaurierung und Instandhaltung der Burganlage widmet. Natürlich möchten wir auf unserer Wanderung von Monreal zur Mosel durch das romantische Elztal auch das Innere der Burg besichtigen. Wir entrichten unseren Obolus von acht Euro pro Person; Schüler, Gruppen und Familien zahlen weniger und folgen dem Burgfräulein auf einer Exkursion durch die Jahrhunderte. Mit ein bisschen Vorstellungskraft bekommt man eine Ahnung des mittelalterlichen Lebens, der Zeit der Romanik, des Barock. Wertvolle Ornamentdecken und feine Wandgemälde, ebenso wie die herrschaftlichen Kamine, die der Beheizung dienten, vermitteln ein Bild davon, wie wohlhabend die Bewohner waren. Kunstschätze wie das Bild 'Madonna mit Kind und Traube' von Lucas Cranach im Rübenacher Untersaal zieren die Räumlichkeiten.

Natürlich dürfen auch Rüstungen nicht fehlen, die noch einmal das alte Rittertum heraufbeschwören. In der Schatzkammer gibt es Exponate der Silber- und Goldschmiedekunst zu sehen, wertvolles Porzellan und uralte Waffen, darunter einige Armbrüste. Besonders beeindruckend ist der Fahnensaal. Die filigranen Steinrippen des spätgotischen Gewölbes tragen die Decke des Saales und zieren den Raum auf imposante Weise. Sehr ungewöhnlich ist diese Konstruktion, fand sie doch eher Verwendung in sakralen, denn in profanen Bauten, aber vielleicht war dies ja einmal eine Kapelle. Es ist schade, dass man die Burg nicht ohne Führung und zeitlos erforschen kann, es gäbe sicherlich noch so vieles zu entdecken in den altehrwürdigen Mauern. Nur wenige der hundert Räume können wir bei der Besichtung erkunden. Übrigens, allein vierzig Zimmer konnten geheizt werden, ein unglaublicher Luxus für mittelalterliche Zeiten.

Eigentlich möchten wir gar nicht mehr weg aus der Burg, die einmal unseren 500-DM-Schein zierte. Zumindest ein Bier gönnen wir uns noch in der Restauration des Burggartens. Da fällt uns auch ein Prospekt der Burg in die Hände, so was kann man ja immer mal brauchen. Geöffnet, steht da, hat die Burg von 1. April bis 1. Dezember und von 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr. Erreichen kann man sie über einen der vielen Wanderwege aus dem Elztal wie wir oder von der Mosel, so wie wir weiterwandern. Mit dem Auto über Münstermaifeld und Wierschem parkt man an der Antoniuskapelle, zwischen dem letzten Ort und der Burg. Die restlichen 800 Meter kann man zu Fuß oder für 1,50 Euro mit einem Pendelbus zurücklegen. Es ist also nicht unbedingt nötig, auf einer Wanderung von Monreal zur Mosel durch das romantische Elztal die Burg Eltz zu besichtigen. Wir machen uns nun wieder auf die Socken, respektive unserer Wanderschuhe.

Spätestens seit der letzten Straßenquerung bei Möntenich hat sich der Bach immer tiefer in die Landschaft eingegraben, ist gleichzeitig auch immer schneller geworden. Fast 70 Höhenmeter hat er, genauso wie unser Wanderweg, bis zur Mosel noch zurückzulegen. Auf den wenigen verbliebenen Kilometern muss er da schon ein wenig in Wallung geraten. So rauscht es jetzt heftiger in unseren Ohren, als wir die letzten vier, fünf Kilometer den schmalen, fast klammartigen Pfad hinunter laufen. Das so liebliche Moseltal empfängt uns entsprechend kontrastreich. Moselkern, der Ort, in dem wir uns jetzt befinden, zehrt touristisch natürlich vom Moselwein und den vielen Besuchern des Moseltales, aber ganz betont auch von der Nähe zur Burg Eltz und deren Berühmtheit. Wir lassen uns abholen an der Mosel und nach Monreal zurückbringen. Es ist schon fast Abend und zu spät, noch einen Rundgang durch Monreal zu machen. Außerdem hatten wir auf die Besichtigung der Burg Pyrmont verzichtet. Beides müssen wir als zu einer anderen Zeit noch nachholen und das werden wir auch. Zu sehr haben uns die Landschaft des Elztales und die ihr verbundenen mittelalterlichen Stätten fasziniert. Die Wanderung von Monreal zur Mosel durch das romantische Elztal können wir jederzeit weiter empfehlen.
 

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Autor: voyager  07.12.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja (1) | Nein

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