Von Moskau bis Peking - Abenteuer Transsibirische Eisenbahn
Die längste Bahnstrecke der Welt führt von Moskau mit seinem Kreml bis in die chinesische Haupstadt, wo man sich in einer fremdartigen Kultur wiederfindet über die endlosen Weiten der sibirischen Taiga.
Auf jeden Fall sollte man sich für eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn viel Zeit nehmen, denn zu sehen gibt es während der ganzen Strecke von 7865 km jede Menge. Es beginnt schon in Moskau, wo ein Besuch des Kremls, des Sitzes des russischen Präsidenten, ein Muss ist. Im Anschluss an den Besuch im Kreml bietet es sich an über den Roten Platz zu schlendern und dabei eventuell das Lenin Mausoleum zu besuchen. Wem das Lenin Mausoleum eher nicht zusagt, der hat die Möglichkeit sich in den verschiedenen Boutiquen im GUM (Gosudarstveny Universalny Magazin), dem riesigen Einkaufszentrum am Roten Platz zu verlieren. Natürlich darf auch ein Foto mit der bekanntesten Kirche Russlands, der Basiliuskathedrale nicht fehlen und für ein paar Rubel mehr kann man sie auch von innen besichtigen. Wer nach diesem Pflichtprogramm noch Zeit hat, kann einen Bummel auf der berühmten Einkaufsstraße Arbat machen und natürlich sollte man auch die MGU (Moskovskiy Gosudarstvenny Universitet), die staatliche Lomonosov Universität ansehen, die eines von vier der sogenannten Zuckerhutgebäude Moskaus ist und umgeben von einem riesigen Park zum entspannen einlädt.
Natürlich muss man, auch wenn es noch jede Menge mehr zu entdecken gäbe in dieser wunderbaren Stadt, irgendwann dann in Richtung Bahnhof fahren und die eigentliche Reise starten. Wenn man zumindest ein paar Brocken Russisch kann, ist es das Abenteuer auf jeden Fall Wert zumindest einen Teil der Strecke in der billigsten Klasse, auf Russisch „Platskart“ zu fahren. Es erwartet einen im Normalfall eine umwerfende Gastfreundschaft der Mitreisenden. Während der ganzen Reise wird man durch seine Sitznachbarn mit Geschichten erfreut und mit kulinarischen Genüssen verschiedenster Art verwöhnt. Klarerweise trinkt man auch mal ein Gläschen Vodka mit den neu gewonnenen Freunden. Eine Einladung auf Speisen oder Getränke abzulehnen gilt nebenbei als Beleidigung, dies sollte man also eher unterlassen und zumindest von allem, was einem angeboten wird, probieren, auch wenn nicht immer alles schmeckt. Wer kein russisch kann, dem entgehen nach großer Wahrscheinlichkeit heitere Eisenbahnfreundschaften, man kann sich jedoch immer noch an der Landschaft erfreuen, die man am Weg durchquert.
Nach Moskau hängt es vom Zeitpensum der Reise ab, wo man den ersten Stopp einlegen sollte. Im Idealfall, wenn man wirklich sehr viel Zeit zur Verfügung hat, kann man auch die alten Städte in einem Umkreis von ca. 100 Kilometern rund um Moskau, dem sogenannten Goldenen Ring (Zolotoe Koltso), mit Städten wie z.B. Wladimir besuchen, jedoch wird das im Zuge einer normalen Reise wahrscheinlich den Zeitrahmen sprengen.
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Wenn man also nicht ganz so viel Zeit hat empfiehlt es sich seinen ersten Stopp in Jekaterinburg einzuplanen, der so bezeichneten dritten Hauptstadt Russlands. An der Grenze zwischen Sibirien und dem europäischen Russland liegt diese Stadt unweit vom Uralgebirge, dass die Grenze zwischen Europa und Asien bildet. Verglichen mit Moskau ist Jekaterinburg eine winzig anmutende Stadt, jedoch allemal sehenswert. Ob ein Spaziergang entlang des Issetflusses oder ein Besuch der Kathedrale auf dem Blut, die an der Stelle des Ipatjew Hauses, wo 1918 die letzte Zarenfamilie ermordet wurde, erbaut worden ist. Zusätzlich zu einigen anderen sehenswerten Kirchen der Stadt bietet sich auch ein Ausflug in das Uralgebirge an, zum Obelisk der an der offiziellen Grenze zwischen Asien und Europa gebaut worden ist. Ausflüge dorthin werden überall in der Stadt angeboten.
Wenn man dann weiterreist kann man zum Abschied noch den Bahnhof von Jekaterinburg bewundern. Danach ist es wieder Geschmackssache, wie viele und welche weiteren Zwischenhalte man einplant. Anbieten würden sich hier z.B. Omsk oder Novosibirsk. Einen Stopp den man jedoch keinesfalls auslassen sollte ist Irkutsk. Die Stadt am Angarafluss ist nicht nur wunderschön und voll von gastfreundlichen Menschen (dies trifft v.a. zu, wenn man russisch kann, auch wenn es nur ein bisschen ist), sondern auch der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge zum Baikalsee.
Diese Ausflüge werden in der ganzen Stadt angeboten und man sollte sich diesen malerischen Ort keinesfalls entgehen lassen. Rund um den Baikalsee gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie man die Natur genießen kann, so kann man bspw. in den Bergen rund um den See wandern oder auf die Insel Olchon zum Baden. Hier soll jedoch erwähnt sein, dass die Wassertemperatur auch im Sommer, wenn die Lufttemperatur oftmals die 30°C übersteigt nicht all zu hoch sind, was sich durch die enormen Wassermengen begründet - mit seinen 1642 Metern ist er der tiefste See der Erde.
Nachdem man dann Irkutsk verlässt, verlässt man auch bald Russland und kommt in die Mongolei. Bei einem Stopp in Ulaanbaatar, sollte man nicht nur die Stadt selbst erkunden, sondern auf jeden Fall auch eine Reise aus der Stadt heraus einplanen und sich in der Natur der Mongolei verlieren. Hier sollte man jedoch nicht zu viel Zeit einplanen, da das Transitvisum, das man für die Mongolei üblicherweise auf der Reise bekommt nur beschränkt gültig ist.
Nach den unendlichen weiten der mongolischen Wüste geht es dann weiter in Richtung Endstation, in die Millionenmetropole Peking. Wenn sich auch über das allgemeine Umfeld in Peking streiten lässt, so kann man jedoch ohne Vorbehalte sagen, dass die vielen Tempelanlagen, sowie die Palastbauten der Kaiser auf jeden Fall sehenswert sind. Bei einem Aufenthalt in Peking sollte man keinesfalls auf einen Besuch in der Verbotenen Stadt verzichten, der ehemaligen "Stadt des Kaisers", wo früher nur wenige Privilegierte Zutritt erhielten. Gleich davor kann man über den Platz des himmlischen Friedens spazieren, der traurige Berühmtheit durch die Niederschlagung der Studentenproteste erhielt. Des weiteren gehört auch ein Besuch des Sommerpalastes, sowie ein Besuch von einheimischen Märkten unbedingt zu einem Pekingaufenthalt und "last but not least" darf natürlich auch das berühmteste Bauwerk Chinas, die große chinesische Mauer nicht fehlen, welche ein wenig außerhalb Pekings liegt, jedoch gut erreichbar ist. Wer danach immer noch nicht genug hat bzw. noch Zeit zur Verfügung hat, für den gibt es noch genug weitere Alternativen, um Peking weiter zu erkunden, wie bspw. das olympische Dorf.
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