Vulkan-Trekking in Indonesien
Es ist das pure Abenteuer: Das Besteigen eines aktiven Vulkans. In Indonesien bieten sich zahlreiche Gelegenheiten dazu - einige der aktivsten und gefährlichsten Vulkane der Welt warten dort auf Gipfelstürmer.
Wer das besondere Abenteuer sucht und dabei keine Mühen und körperliche Anstrengungen scheut, sollte auf einer Indonesien-Reise unbedingt eines einplanen: Den Sturm auf einen Vulkangipfel. Einmal am Krater angekommen, wird man für den erschöpfenden Aufstieg mit phänomenalen Ausblicken belohnt. Während man träumerisch ins Tal blickt, sticht der Schwefelgeruch in die Nase und warnt vor der trügerischen Ruhe. Denn bei aller Faszination sollte man nicht vergessen, dass Vulkane enorme Naturgewalten sind und im Ernstfall das Leben vieler Menschen bedrohen.
Wenn der Krater riecht ...
Welcher Vulkan darf es denn sein? Die Auswahl der Trekking-geeigneten Vulkane in Indonesien ist groß. Im Norden Sumatras wartet etwa der Vulkan Sibayak auf eifrige Gipfelstürmer. Vom kleinen Städtchen Berastagi am Fuße des Berges aus lässt sich der Gipfel in zwei bis drei Stunden ohne große Mühe erreichen. Man sollte die Tour früh morgens starten, um nicht in die glühende Mittagshitze zu gelangen. Guides werden zwar in allen Unterkünften empfohlen und angeboten, es reicht jedoch, sich eine Karte geben zu lassen und sich auf den Weg zu machen, da der Weg zum Krater zum größten Teil geteert und gut sichtbar ist. Zischende und stinkende Schwefelgasfontänen empfangen dort den erfolgreichen Bergsteiger. Wer sich traut, kann sogar in den Krater hinabsteigen, den zuweilen ein kleiner Kratersee ziert. Nach dem Abstieg durch Dschungel und Bambuswald warten auf dem Rückweg zur Stadt heiße Schwefelquellen auf geschundene Füße.
Der Sibayak ist wohl der zugänglichste Vulkan Indonesiens. Bei allen anderen empfiehlt es sich, nicht alleine loszuziehen. Örtliche Guides bieten gerne ihre Dienste an; feilschen um den Preis ist natürlich Pflicht. Man sollte es jedoch nicht übertreiben und auf keinen Fall vom Vulkanführer etwa die Garantie auf ein erfolgreiches Erreichen des Gipfels fordern, da er dann unter Umständen alle Gefahren auf sich nimmt, um an sein Geld zu kommen. Sicherheit sollte stets erste Priorität haben!
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... und die Sonne aufgeht
Einer der reizvollsten Vulkane - aber deutlich schwerer zu bewältigen als der Sibayak - ist der Vulkan Merapi. erst im Jahr 2010 kostete ein Ausbruch mehr als 100 Menschen das Leben. Inzwischen ist der "Feuerberg", wie die Bewohner Javas ihn nennen, wieder besteigbar. Er gilt seit Jahrzehnten als einer der gefährlichsten Vulkane der Welt, und von einer Woche auf die nächste können hier offzielle Warnungen einem Aufstieg in die Quere kommen - danach sollte man sich auf jeden Fall richten. Über die aktuelle Gefahrensituation kann man sich am Besten vor Ort oder im nahegelegenen Yogjakarta erkundigen. Nördlich dieser pulsierenden Metropole erhebt sich der Merapi in 3.000 Meter Höhe und thront bedrohlich am Himmel über Java.
Der beste Ausgangspunkt für eine Besteigung des Merapi ist das kleine Bauerndorf Selo. Dort sollte man sich einen kundigen Guide suchen, die Preise liegen bei 250.000 bis 350.000 Rupien pro Tour. Die Besteigung beginnt mitten in der Nacht. Gegen 2.00 Uhr startet der Marsch im Dorf, um rechtzeitig zum Sonnenaufgang am Kraterrand zu sitzen. Der atemberaubende Moment, an dem die Sonne über den Horizont blinzelt und die Wolkendecke in sattes orange taucht, entlohnt jede Mühe. Aber Vorsicht: Der Weg ist steil und beschwerlich. Wer sich nicht fit genug fühlt, vier Stunden steil bergauf über Stock und Stein zu "wandern", sollte sich diese Tour lieber noch einmal durch den Kopf gehen lassen.
Der Vulkan Bromo schließlich, Besuchermagnet im Zentrum Javas, ist sicherlich der bekannteste unter den aktiven Vulkanen, die bestiegen werden können. Die Preise für Guides sind hier deutlich höher als am Merapi. Die Kulisse um den alleinstehenden "konischen Vulkan" herum ist sicherlich postkartenreif. Anders als der "Feuerberg" ist der Bromo allerdings längst kein Geheimtipp mehr und wird entsprechend gut von Reisenden besucht und von Einheimischen vermarktet.
Vulkan-Trekking - ein Muss!
Die Vulkandichte in Indonesien ist so hoch, dass auf jeder möglichen Rundreise-Tour durch das Land mit Sicherheit mehrere Vulkane in erreichbarer Nähe liegen. Es hat den Reiz der Gefahr, sich einmal zum Krater dieser gefährlichen Berge zu wagen und über den Rand zu blicken. Doch gefährlich ist nur, allzu leichtsinnig und vor allem ohne kundige Begleitung einen Aufstieg zu wagen. Die Überwachung aktiver Vulkane ist - auch in Indonesien - sehr gut. Die Wissenschaft ist in der Lage, einen bevorstehenden Ausbruch Wochen im Voraus zu erkennen. Sobald es Anzeichen dafür gibt, werden entsprechende Warnungen herausgegeben. Wer sich daran hält, hat bei einem Vulkan-Trekking Abenteuer nichts zu befürchten und sollte es unbedingt wagen.
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