Wandern auf Amorgos

Steilküsten, zerklüftete Landschaft, tiefblaue Ägäis - Amorgos ist eine besondere Insel unter den zahlreichen Kykladeninseln, nicht die typische Badeinsel, sondern sie verführt geradezu zu ausgedehnten Wanderungen.

Bekannt geworden ist Amorgos durch den französischen Film „Le Grand Bleu“ (deutsch „Im Rausch der Tiefe“) von Luc Besson mit Jean Reno, Jean Marc Barr und Rosanna Arquette aus dem Jahr 1988, der in Frankreich ein Kassenschlager mit Millionenpublikum war. Einige der spektakulären Tauch- und Unterwasseraufnahmen sind unmittelbar vor Amorgos‘ Küste gedreht worden. Am Anfang des Films gibt es auch einige Landszenen, die auf Amorgos gedreht wurden. Es gab einige Jahre, in denen Amorgos von französischen Touristen mit Taucherbrille und Schnorchel überflutet wurde, diese Zeiten sind jedoch lange vorbei. Heute ist es eine der schönsten und reizvollsten, weil abwechslungsreichsten, Kykladeninseln überhaupt. Außer in den heißen Sommermonaten Juli und August ist Amorgos nicht überlaufen.

Die Insel ist etwa 31 Kilometer lang und nur maximal sechs Kilometer breit, an vielen Stellen sogar wesentlich schmaler. In der Mitte zieht sich ein Gebirgsstrang, auf dem man wunderbar wandern kann. Eine Wanderung ist zum Beispiel zu empfehlen von Ägiali, dem einen Inselhafen, nach Chora, dem alten Hauptort im Gebirge. Von Ägiali aus, wo man die Füße noch einmal in der Ägäis baden kann, bevor man festes Schuhwerk anzieht, geht es den ersten halben Kilometer bergan, bis man den Gebirgsgrat erreicht hat, auf dem ein Esels- oder Trampelpfad entlang Richtung Chora führt und sich etwa 300 Meter über dem Meer dahin zieht. Es gibt Abschnitte, in denen man rechts und links die Ägäis von oben bewundern kann. Ein traumhafter Blick ist denjenigen gegönnt, die die Augen offen halten, zum Beispiel nach Naxos oder den kleineren Kykladen. Bei jedem Schritt und Tritt schwappt der Duft vom Thymian oder Oregano in die Nase. Kurz vor Chora erstreckt sich der höchste Berg von Amorgos, der Profitis Ilias, dessen Gipfel man quasi rechts liegen lässt.

Das Ziel heißt Chora. Der ehemalige Inselhauptort ist aufgrund seiner Lage vielleicht einer der malerischsten der gesamten Ägäis. Kleine Gässchen, die typischen, schmucken weißen Kykladenhäuschen, unzählige kleine Kapellen und farbenprächtige Blumen empfangen den müde gewanderten Urlauber. (Vorsicht: unbedingt genug Essen und Trinken mitnehmen, denn die Wanderung dauert etwa sechs Stunden. Ist also nicht leicht, sondern nur zu empfehlen für geübte Geher.)

Wer noch Kraft in den Beinen hat, sollte einen Abstecher ans Kloster Chossoviotissa machen, der bekanntesten Sehenswürdigkeit von Amorgos. Von Chora aus die Straße entlang Richtung Agia Anna Strand (Steinstrand), biegt man links ab, geht noch einige hundert Meter auf einem Fußweg und blickt nach oben. Erste Reaktion: Sprachlosigkeit, denn das Kloster prangt an der Steilküste im Fels, die dort 300 Meter ins Meer abfällt. Das Kloster wurde 1088 neu aufgebaut, nachdem es zuvor von Piraten zerstört worden war und man fragt sich angesichts der einmaligen Lage, wie die Maurer die Steine vor Ort bekommen und die Mauern hochgezogen haben. Besichtigen kann man das Kloster auch, allerdings nur in langen Hosen und Frauen sollten die Schultern bedeckt halten. Fazit: großartige Wanderung plus Kloster-Highlight, als eine der Hauptattraktionen der Kykladen.

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Autor: longjog  25.07.2011 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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