Wandern auf dem Adlerweg Tirol

Der Adlerweg führt durch beinahe jedes Tal in Tirol. Neben der sportlichen Herausforderung reizt auch die Schönheit der Natur.

Der Adlerweg ist ein Weitwanderweg, der quer durch Tirol verläuft. Die Gesamtlänge des Adlerwegs bemisst sich auf 1.480 Kilometer, die in insgesamt 126 Tagesetappen unterteilt werden.  Alle Wanderwege sind gut und einheitlich ausgeschildert. Die Tiroler Berglandschaft ist ebenso unterschiedlich wie der Schwierigkeitsgrad der einzelnen Wegstrecken. Manche Passagen gleichen einer gemütlichen Wanderung durchs Hügelland, andere Strecken erfordern alpine Erfahrung und ausreichende Kondition.  

Der Aufstieg zur Gaudeamushütte

Die Hauptroute des Adlerwegs ist 280 Kilometer lang und in 23 Tagesetappen gegliedert. Ausgehend vom Tiroler Unterland in Sankt Johann führt der Adlerweg vorbei am Wilden Kaiser, durch die Brandenberger Alpen und das Rofan- und Karwendelgebirge. Danach wandert man über die Lechtaler Alpen und gelangt zum Schluss nach St. Anton am Arlberg. Die Gaudeamushütte in St. Johann ist eine beliebte Raststation am Ende der ersten Etappe des Adlerwegs. Sie liegt auf 1.263 Metern Seehöhe und hat von Mitte Mai bis Mitte Oktober geöffnet. Nach dem Durchqueren der Höhle in Diebshofen und dem Erklimmen des 60 Meter hohen Schleierwasserfalls können Wanderer hier neue Kraft schöpfen. Nach zwei weiteren Tagesmärschen kommt das „Städtchen Kufstein am grünen Inn“ in Blickweite. Vom Brentenjoch aus weisen  Schilder zur Bergstation der Sesselbahn, welche die Wanderer und bequem und schnell ins Tal gelangen lässt. In Kufstein lohnt sich ein Besuch der im 13. Jahrhundert von Kaiser Maximilian ausgebauten Festung. In der Festung selbst befindet sich ein Restaurant, nebenan stellt das Heimatmuseum ein Höhlenbären-Skelett und die weltweit größte Freiorgel aus.

Rast im Kaiserhaus

Im Hasatal kreuzt sich der Adlerweg mit dem Österreichischen Weitwanderweg Nordalpenweg 1 und führt von dort aus zum Kaiserhaus weiter. Dieses ist nach Kaiser Franz-Joseph I benannt. Im Kaiserhaus selbst ist es auch möglich zu übernachten. Recht gemütlich geht es weiter, erst in Richtung Steinberg steigt der Adlerweg wieder an. Insgesamt gilt es 1.350 Höhenmeter zu überwinden um das nächste Etappenziel, die Erfurter Hütte, zu erreichen. Mit einer Seilbahn lassen sich die 800 Höhenmeter von der Hütte nach Maurach leicht zurücklegen. Dem Ufer des Achensees entlang wandert man nach Pertisau und weiter ins Falzthurntal zur Gramaialm. Der Achensee ist mit 719 Hektar Fläche der größte See in Tirol. Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist er ein beliebter Sommerurlaubsort.

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Die größte Herausforderung des Adlerwegs: das Karwendelgebirge

Das Karwendelgebirge wird als die Königsetappe des Adlerwegs angesehen. Das Gebirge ist in vier Ketten gegliedert, die berühmteste ist die Nordkette bei Innsbruck. Die konditionell und alpinistisch anspruchvollste Etappe im Karwendel führt vom Karwendelhaus über die Birkkarspitze, die auf 2.749 Metern Seehöhe liegt, zum Hallerangerhaus. Bei der Talabfahrt mit der Nordkettenbahn und der Hungerburgbahn bietet sich den Wanderern eine einmalige Aussicht auf Innsbruck und das Inntal.

Alle Tierliebhaber sollten die eigene Ausstiegsmöglichkeit zum Innsbrucker Alpenzoo nützen. Es besteht die Möglichkeit einen Tag in Innsbruck zu verweilen, die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten wie das Goldene Dachl zu besuchen und auf den Bergisel hinauf zu spazieren. Der Adlerweg führt weiter in Richtung Schloss Fernstein, welches nach einigen Tagesetappen erreicht wird. Hier steigt der Adlerweg auf 1.350 Höhenmeter an und passiert die Anhalter Hütte, welche grundsätzlich von Mitte Juni bis Anfang Oktober geöffnet hat.

Nach dem Abstieg ins Plötzigtal wandert man weiter nach Bschlabs. Der Streimbach wird mittels einer Hängebrücke überquert, der Adlerweg folgt nun dem Forstweg in Richtung Lechtal. Der Lech ist einer der letzten frei fließenden Flüsse in Europa. Auf dem Weg nach Häselgehr kann man sich am Doser Wasserfall erfrischen, welcher zu St. Georgi am 23. April entspringt und zu St. Martini am 11. November wieder versiegt.

Geschafft: Ankunft im St. Anton am Arlberg

Das finale Ziel der Etappen ist das Kaiserjochhaus in St. Anton am Arlberg, geöffnet hat diese Einkehrmöglichkeit von Anfang Juli bis Ende September. Nach dem Aufstieg zum Hinterseejoch werden die Wanderer erst einmal mit einem fabelhaften Blick auf die Ötztaler Alpen  mit Wildspitze und Weißkugel belohnt. Der Schmale Steig durch die Hänge zum Kaiserjochhaus ist teilweise seilversichert, da das Gelände hier sehr steil und abschüssig ist.
Neben der eben beschriebenen Hauptroute führen zahlreiche Regionalrouten des Adlerwegs praktisch durch sämtliche Regionen Tirols. Die Regionalrouten sind grundsätzlich mit der Hauptroute verbunden. So lassen sich die Wanderungen ganz einfach verbinden.  

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Autor: Siri  10.06.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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