Wandern auf Korsika
Die Schönheit der Insel Korsika erschließt sich dem Besucher erst so richtig beim Wandern. Hier gibt es Infos zu Wandertouren für jedermann und zu organisierten Wandertouren.
Korsika ist die viertgrößte Mittelmeerinsel und die einzige, die vor allem aus Hochgebirge besteht. Mehr als 50 Berge sind über 2.000 Meter hoch und bieten schon beim Anflug oder bei der Landung mit der Fähre einen großartigen und beeindruckenden Anblick! Neben pulsierenden Städten wie Bastia, Ajacco, Calvi und Bonifacio gibt es malerische, kleine Küstenorte, feinsandige Strände, idyllische Bergdörfer, Wälder und weite Täler und vor allem sehr viel zum Teil unberührte Landschaft und Natur. All das macht Korsika zu einem Paradies für Wanderer und Naturliebhaber!
Allgemeines zum Wandern auf Korsika
Die Insel bietet sowohl kurze, einfache Wanderwege, die auch für Kinder geeignet sind als auch verschiedene Fernwanderwege unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades und Länge. Wer auf Korsika lieber organisiert wandern möchte, dem bieten kleine Spezialveranstalter ein abwechslungsreiches Angebot zu Wanderreisen für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel. Diese mehrtägigen, geführten Wanderungen sind auf jeden Fall bequemer: Das Gepäck wird mit dem Auto zum nächsten Etappenziel transportiert und man braucht sich um das Quartier für die Nacht und das Abendessen nicht zu kümmern. Außerdem gibt es Wanderreisen, bei denen man fest in einem Hotel wohnt und mit dem Minibus zum Anfang einer jeden Tageswanderung gefahren und abends wieder zurück zum Hotel gefahren wird. Auch werden Kombinationsreisen nach Korsika angeboten, bei denen neben dem Wandern noch ein anderes gemeinsames Interesse geteilt wird. So gibt es Fastenwandertouren, botanisch oder geologisch geführte Wanderungen, Touren für Hobbyornithologen, Yogafreunde, Fotografen oder Hobbymaler und viele andere.
Ausrüstung und Vorbereitung nicht nur für individuelle Wanderer
Puristen und Wanderfreunde, die ihre Unabhängigkeit lieben, werden auf jeden Fall eine selbst organisierte Tour vorziehen. Erfahrene Wanderer wissen, was sie dazu brauchen. Wer das erste Mal auf eine Fernwanderung geht, braucht vor alle eine gute Ausrüstung. Man muss vor allem bedenken, dass man alles den ganzen Tag tragen muss. Mehr als 16 kg plus Trinkwasser sollte das Gepäck nicht wiegen. Als Proviant reicht jeweils eine Tagesration an Nüssen, Trockenobst und eventuell Trockenfleisch, wenn man sich an die vorgegebenen Tagesetappen und die dazwischen liegenden Stationen hält. Eine Isomatte und einen Schlafsack sowie einen Regenschutz und vor allem genügend Bargeld sollte man dabei haben, denn man kann unterwegs nicht mit der Bankkarte bezahlen und es gibt auch kaum Geldautomaten entlang der Wanderwege. Wichtig ist auch eine Notfalltasche, in die Verbandszeug, eine Taschenlampe, ein Spiegel und eine Trillerpfeife (alles zum Signal geben) genau so gehören wie ein Handy. Das Mobilnetz ist relativ gut, französische Prepaid Karten gibt es preiswert an den Flughäfen und in den größeren Orten.
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Da die Wanderwege und alten Eselspfade, über die es geht, zum großen Teil sehr steinig und felsig sind und sie oft von knorrigen Wurzeln übersät sind, ist auch bei kürzeren Touren ein bequemer Wanderstiefel, besser noch ein guter Bergstiefel, angesagt. Nur bei kurzen Wanderungen, die nicht länger als wenige Stunden dauern, kann man mit gutem Gewissen auch einen festen Jogging- oder Laufschuh empfehlen. Schlappen oder Damenschuhe mit Absatz haben auf keinem Wanderweg etwas zu suchen. Die Gefahr umzuknicken oder zu stürzen ist zu groß! Außerdem hat man sich in der Macchia, dem immergrünen Gebüsch der Insel mit Wacholder, Brombeerpflanzen, Granatapfelbüschen, Myrre und Ginster und vielen anderen Pflanzen, schnell die Waden angeritzt. Sehr wichtig ist auch gutes Kartenmaterial! Besonders die Wanderkarten aus dem Verlag Didier Richard sowie die des ebenfalls französischem Verlags IGN sind sehr zu empfehlen. Zum Teil erhält man sie auch in Deutschland, sonst auf jeden Fall auf der Insel. Sie sind zwar in französischer Sprache, aber leicht zu verstehen und sehr genau.
Ein kurzer Überblick der Wanderwege Korsikas
Die Königsdisziplin aller Wandere auf Korsika ist natürlich der GR20, ein Fernwanderweg durch das Hochgebirge, auf den sich wirklich nur geübte und schwindelfreie Bergwanderer begeben sollten. Er verbindet die Orte Calenzana und Conca und ist insgesamt 170 km lang, wobei fast 10.000 Höhenmeter zu bewältigen sind. Für die gesamte Strecke brauchen trainierte Bergwanderer ca. 14 Tage. Man sollte sich jedoch nicht überschätzen und auf keinen Fall alleine gehen. Teile des GR20 können auch in Tagesetappen erwandert werden. Andere Fernwanderwege sind z.B. "Mare e Monti", "Mare a Mare Nord", "Mare a Mare Centre", "Mare e Monti Sud" oder "Mare a Mare Sud", für die man immer zwischen sechs und 14 Tagen braucht.
Für ungeübtere Wanderer oder Familien mit Kindern gibt es eine Vielzahl von leichten, aber auch spannenden Wanderungen, die maximal zwei Stunden dauern und die auch von kleinen Kindern unter zehn Jahren zu bewältigen sind. So gibt es z.B. einen leichten, gut markierten Wanderweg zur "Cascade de Piscia di Gallo", einem 50 Meter hohen Wasserfall in der Nähe von Zonza im Süden der Insel. Ideal zum Einüben, denn pro Strecke braucht man auch mit Kindern nur etwa 75 Minuten pro Strecke. Landschaftlich sehr schön, unter anderem sieht man das Stauwerk Ospedale.
Die Calanche ist eine spektakuläre, rote Felslandschaft zwischen Porto und Piana. Es gibt einige leichte Wanderwege, z.B. vom „Hundskopf“ hinauf zum Chateau Fort, einem großen Felsen mit Aussichtsplateau. Die Wanderung dauert ca. eine Stunde pro Strecke und bietet einen phantastischen Ausblick auf das Meer. Unterwegs gibt es wenig Schatten, deshalb sollte man unbedingt einen Sonnenschutz und genügend Trinkswasser für jeden dabei haben.
Der wohl schönste Bergsee der Insel ist der Lac de Creno. Er liegt auf einer Höhe von etwa 1.300 Meter über dem Meeresspiegel und ist nur zu Fuß zu erreichen. Man fährt bis Soccia, wo der Wanderweg etwas oberhalb des Ortes am Parkplatz startet. Es ist der kürzeste und einfachste Weg, der vor allem schattig ist und über den man in etwa zwei Stunden zu dem malerischen, von Wald umgebenen und von Seerosen bewachsenen See kommt. Picknick und Trinkwasser nicht vergessen!
Professionelle Tipps von erfahrenen Wanderern und Kennern der Insel Korsika sowie viele andere Tourvorschläge gibt es z.B. beim Deutschen Alpenverein oder auf den einschlägige Webseiten im Netz.Eines ist sicher: Wer sich die Insel Korsika einmal beim Wandern ein wenig erschlossen hat, der wird tiefe Eindrücke mitnehmen und gerne wiederkommen – zur nächsten Wanderung!
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