Wandern im Westallgäu - Naturschutzgebiet Eistobel
Ein unvergleichliches Erlebnis lädt zum Wandern im Westallgäu. Das Naturschutzgebiet Eistobel ist im sonst beschaulichen Voralpenland eine reizvolle und abenteuerliche Landschaft.
Kurz bevor der Allgäu übergeht in den Oberallgäu, wo nur wenige Kilometer weiter die Berge abrupt ansteigen aus dem Hügelland des Westallgäus, da fließt bedächtig ein Flüsschen dem Bodensee entgegen. Und da kann man vortrefflich wandern im Westallgäu. Die Obere Argen kommt aus dem Oberallgäu in der Nähe von Oberstaufen. Friedlich plätschert ihr Wasser durch Wiesen, Felder und Wälder des Alpenvorlandes zunächst gen Norden. Doch mit einem Mal ändert sich das Bild. Aus dem ruhig dahin gleitenden Gewässer wird ein Wildbach. Der Teil Tobel im Ortsnamen Schüttentobel sagt alles, denn ein Tobel, das ist auf alemannisch eine Schlucht! Kaum erreicht die Argen das besagte Dorf, gräbt sie sich als Eistobel tief in das weiche Gestein der Eiszeitablagerungen, das sie umgibt. Wandern im Westallgäu wird zum Abenteuer. Wild und unberechenbar wird sie mit einem Mal und doch so wunderbar anzuschauen. Über Felsbrocken und Steintreppen, vorbei an Felswänden, die so gar nicht in das sanfte Hügelland des Westallgäu passen mögen, stürmt der kleine Fluss ungestüm voran. Die Fluten springen Wasserfälle hinunter, als könnten sie gar nicht schnell genug ans Ziel kommen. Erst an der Brücke, an der Straße von Grünenbach nach Maierhöfen und südlich von Isny, da hat sich der Eistobel ausgetobt und kommt wieder zur Ruhe.
Es ist ein Naturschauspiel, mit einem Mal stürzt das Wasser in einen Gumpen, tief und klar lädt der zum Baden ein, na ja, zumindest im warmen Sommer, dann muss es weiter, die nächsten Kaskaden hinunter. Das Baden ist allerdings aus gutem Grund verboten, denn die Strömungen in den Strudellöchern sind unberechenbar. Ist das Wasser niedrig in den Sommermonaten, dann verführen allerdings Kies- und Sandbänke am Ufer zur Rast und einem ausgedehnten Picknick. Wandern im Westallgäu und in dieser Schlucht ist ungefährlich, denn es gibt gut ausgebaute und gesicherte Wanderwege auf verschiedenen Wanderrouten, die einladen, diese grandiose Landschaft zu erkunden. Bis weit über einhundert Meter steigen die Felsflanken über dem Eistobel auf. Entstanden ist der Tobel vor Jahrtausenden durch die Kraft der Wassermassen alpiner Gletscher, die sich mit Abklingen der letzten Eiszeit weiter südlich aufgestaut hatten. Mit Wucht durchbrachen sie den natürlichen Damm und gruben sich in den weichen Boden.
Entlang des Weges erklären Schautafeln dem Wanderer die Entstehung des Eistobels und die Geologie der Landschaft. Als Geotop sind die Uferhänge freigelegt und geben durch frühere Gebirgsauffaltung Einblick in Millionen Jahre Erdgeschichte Zu einem Märchen wird der Eistobel im Winter, wenn die Kaskaden und Wasserfälle erstarren, wenn sich Eisschicht über Eisschicht legt und groteske Gebilde und meterlange Eiszapfen eine Zauberwelt entstehen lassen. Dann ist der Tobel eine Eisklamm und offiziell auch geschlossen von November bis Mai. Doch wer möchte sich dieses Schauspiel schon entgehen lassen? Mit der richtigen Kleidung und vor allem mit Steigeisen oder zumindest den leichteren Grödeln wird die Winterwanderung zu einem unvergesslichen Erlebnis. Im Sommer darf man einen kleinen Obolus leisten, Erwachsene zahlen 1,50 Euro, Kinder 50 Cent Eintritt in das Naturschutzgebiet Eistobel. Ein wundervolles Erlebnis lädt den Naturfreund ein zum Wandern im Westallgäu.
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