Wanderurlaub in den Alpen

Die Wildspitze ist mit 3.772 m der höchste Berg Tirols und liegt in den Ötztaler Alpen. Sie ist eine Herausforderung für den Wanderer und belohnt ihn reichlich für seine Mühen.

Um die Ötztaler Alpen zu erkunden, eignet sich der verträumte Ort Vent auf ca. 1.900 m als Ausgangspunkt. Es bieten sich zahlreiche kleinere Tagestouren an, um sich allmählich an die Höhe zu gewöhnen – beispielsweise zur Stableinalm oder auf das Wilde Männle. Zahlreiche Wandervorschläge finden sich auch auf der Homepage des Ortes. Besonders reizvoll ist allerdings eine Mehrtagestour von Hütte zu Hütte, während der es ebenso möglich ist, Nordtirols höchsten Berg – die Wildspitze – zu besteigen.

Von Vent aus kann man als Wanderer im Sessellift den ersten Teil des Berges bis auf 2.300 m zurücklegen und beginnt den Aufstieg zur Breslauer Hütte auf 2.840 m. Die Breslauer Hütte überzeugt durch eine traumhafte Aussicht über das Tal in beide Richtungen nach Vent und hinein in die Berge und bietet außerdem zahlreiche Ausrüstungsgegenstände zum Verleih an. Ohne Steigeisen sollte kein Wanderer den Aufstieg zur Wildspitze wagen und die Tipps des Hüttenpersonals zur Begehbarkeit der Wege und den Wetterverhältnissen sind durchaus hilfreich und wichtig.

Ein frühzeitiger Start ist ratsam: Gegen 5.30 Uhr beginnen die meisten Wanderer den Aufstieg, welcher zunächst über eine gemächliche Steigung über Geröll und Moränen hinauf zum Mitterkarjoch führt. Bald geht es auf ein Schneefeld über und spätestens hier sind Steigeisen ein Muss und es wird zum gegenseitigen Sichern durch Seile geraten. Der Aufstieg hier ist steil, aber auf der anderen Seite bietet sich ein atemberaubender Blick über den Taschachferner, welchen der Wanderer auf dem Weg zum Westgrat der Wildspitze überquert. Die Wildspitze hat einen Doppelgipfel: einen Südgipfel auf 3.768 m und einen Nordgipfel auf 3.772 m. Einmal am Gipfel angekommen kann man sich nur schwer trennen, es eröffnet sich der Blick über die gesamten Ötztaler Alpen. Es herrscht andachtsvolle Stille.

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Zurück zur Breslauer Hütte bietet sich derselbe Weg an wie für den Aufstieg, besondere Vorsicht ist auf dem Schneefeld geboten. Durch die starke Steigung ist ein Abrutschen gefährlich, zumal der morgens verharschte Schnee im Laufe des Tages zu lockerem Untergrund wird, der nur wenig Halt bietet. Ein Teil des Schneefeldes kann umgangen werden, indem man mit Drahtseil gesichert über die Felsen klettert. Der Einstieg befindet sich nur weniger Meter weiter hinten am Grat. Zurück in der Hütte entlohnt die gute Küche den müden Wanderer und Bezwinger der Wildspitze am Abend.

Wer nun noch nicht genug hat, der kann am Folgetag dem Tal weiter folgen statt nach Vent zurück zu kehren. Ein Pfad schlängelt sich am Berghang entlang bis zur Vernagthütte, nur das letzte Stück ist etwas steiler, die Hütte aber herrlich ruhig, da sie für Tagestouristen zu weit von Vent entfernt ist. Die Vernagthütte ist schnell erreicht und bietet sich für eine Rast an, nachmittags ist dann das Hochjochhospiz auf 2.413 m in relativ kurzer Zeit zu erreichen. Hier kann man nach einem kurzen, steilen Abstieg die dritte Nacht nahe der Talsole verbringen - umgeben von mehreren Dreitausendern, die an allen Seiten in die Höhe ragen.

Vom Hochjochhospiz stehen dem Wanderer nun verschiedene Wege zur Auswahl, deren Begehbarkeit allerdings stark wetterabhängig ist. Man kann entweder über die Similaunhütte wandern oder aber über den Grat und den Saykogel besteigen, um zur nächsten Hütte - der Martin-Busch-Hütte - zu gelangen. Der Aufstieg zum Saykogel ist große Stücke nur mittelschwer, die letzten 200 m sind jedoch sehr steil und der Wanderer muss über Geröll klettern. Hier ist Trittsicherheit gefragt. Oben kann man wählen, ob man die letzten Höhenmeter zum Gipfelkreuz noch zurücklegen will oder sich direkt an den Abstieg zur Martin-Busch-Hütte auf 2.501 m macht.

Die Martin-Busch-Hütte ist ein beliebtes Ziel für Tagestouristen und besser ausgebaut und lebhafter als die Alpenhütten, welche weiter in den Bergen liegen.  Am Abend kann man zahlreiche Murmeltiere auf der Wiese gegenüber beobachten, während man sein Radler trinkt. Nach 4 Tagen in den Bergen ist der Abstieg am nächsten Tag von der Martin-Busch-Hütte nach Vent ein entspannter Spaziergang, man folgt einem Fahrweg durchs Tal bis in den Ort hinein und hat auch zwischendurch immer wieder wunderschöne Aussichten auf die Wildspitze und umliegende Gipfel.

Wieder in Vent angekommen, ist man traurig, dass es schon vorbei ist. Die Tour über die Wildspitze in den Ötztaler Alpen ist durchaus anspruchsvoll, aber traumhaft schön und raubt dem Wanderer mit den Aussichten an mehr als einer Stelle den Atem, lädt zum Verweilen auf Alpenwiesen ein und belohnt reichlich für die Anstrengungen – ein heißer Tipp für Berg- und Naturfreunde. Wer einmal in Vent gewesen ist, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch wieder einmal herkommen.

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Autor: yasawa  17.06.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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