Washington, eine Stadt der Weltpolitik und Kultur

Washington, Hauptstadt der USA und Zentrum der Weltpolitik, mit den dafür bekannten Symbolen wie dem Weiße Haus, dem Pentagon und dem Kongress ist mehr als nur eine künstliche, für Regierungszwecke gebaute Stadt.

Vom Friedhof Arlington hat man einen wunderbaren Blick auf die Mall.

Washington ist nicht nur bloß ein Ort an dem Weltpolitik betrieben wird und wo Heerscharen von Regierungs- und Verwaltungspersonal leben und arbeiten, sondern auch eine Stätte der Kultur, der breiten Boulevards, großzügig angelegten Parkanlagen und beeindruckenden Gedenkstätten. Hier stehen Regierungsgebäude in nüchterner Architektur neben kunstvoll gestalteten Bauten, die an längst vergangene Ereignisse der Geschichte erinnern. Dieser Mix macht den Besuch der Hauptstadt der USA so richtig interessant.

Ein wenig Geschichte

Im Jahre 1790 einigten sich die Politiker, auf einem 100 Quadratmeilen großem Gebiet am Pontomac Fluss, den Regierungssitz der neu entstandenen Vereinigten Staaten von Amerika zu errichten. Sie gliederten dieses Gebiet aus den beiden Bundesstaaten Virginia und Maryland aus und erklärten es zu einem neutralen Distrikt. Dieser Bezirk bekam den Namen District of Columbia (D.C.), in Anlehnung an den Entdecker des Kontinents Amerika, Christopher Columbus. Präsident Washington beauftragte den französischen Architekten Pierre Charles L´Enfant mit der Planung der neuen Hauptstadt. Die Stadt Washington ist seit dem Jahr 1800 Sitz der Regierung. In diesem Jahr erfolgte auch die Fertigstellung des Kapitols, dessen Bau 1793 begann. Nach und nach folgte die Anlegung breiter Avenuen und Plätze nach den Plänen L´Enfants.

Im Jahr 1829 stiftete der englische Chemiker James Smithson sein gesamtes Vermögen zur Errichtung einer Bildungs- anstalt. 1846 bewilligte der Kongress die Gründung des mittlerweile weltweit berühmten Smithsonian Institutes. Der Eintritt in alle Smithsonian Museen ist kostenlos. Aufgrund der derzeit herrschenden politischen Lage, werden an den Eingängen sehr scharfe Sicherheitskontrollen, ähnlich wie am Flughafen, durchgeführt. Im ältesten Museum The Castle genannt, gibt es Informationen über alle Museen. Hier befindet sich auch das Grabmal des Gründers James Smithsonian.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichteten die Ingenieure der Armee die heute bekannte Mall, mit zahlreichen Grünanlagen und den heute zu sehenden Gedenkstätten. So zum Beispiel das Lincoln und Jefferson Memorial. Während des zweiten Weltkrieges lässt Präsident Roosevelt zahlreiche weitere Regierungs- und Verwaltungsgebäude erbauen. Dazu zählt auch das berühmte Pentagon. Nach dem Krieg wird Washington durch Rassenkrawalle und Verarmung der schwarzen Bevölkerung in der Innenstadt bekannt. Als Reaktion zieht ein Großteil der weißen Bevölkerung in die Außenbezirke und umliegenden Vororte. Nur mehr ein Drittel Weiße leben in Washington, hohe Kriminalität stehen auf der Tagesordnung.

Zu Fuß oder doch lieber motorisiert durch Washington?

Um Washington zu erleben, gibt es mehrere Möglichkeiten. Der billigste und einfachste Weg ist zu Fuß, aber aufgrund der Größe und Weitläufigkeit der Stadt nur für Besucher zu empfehlen, die sehr viel Zeit mitgebracht haben. Die Entfernungen zwischen den Sehenswürdigkeiten sind enorm und nicht zu unterschätzen, daher ist gutes Schuhwerk zu empfehlen. Die bequemste Alternative ist, die Stadt mit dem Trolley zu entdecken. Diese haben eine festgelegte Route mit Stationen, wo jeder zu- oder aussteigen kann. Die Tickets dafür gibt es bei eigens gekennzeichneten Ticketschaltern oder man bestellt die Tickets online. Die Tickets kosten für Erwachsene 24 Dollar.

Für diejenigen, die weder das Eine noch das Andere wollen, gibt es noch eine Variante. Man benutzt die U-Bahn und geht von der U-Bahnstation zu den Sehenswürdigkeiten. Washington bietet ein gut ausgebautes U-Bahnnetz, sodass man leicht alle Sehenswürdigkeiten öffentlich erreichen kann. Die Stadt mit dem Auto zu erkunden ist nur empfehlenswert, wenn man geplant hat ein paar Tage zu bleiben und dann eine Rundreise z.B. durch die umliegenden Bundesstaaten Virginia und Maryland zu beginnen.

Los geht´s mit der Besichtigung

Die für Besucher am interessantesten Stadtteile sind The mall in dem sich die meisten Museen, das Weiße Haus, das Kapitol und die Gedenkstätten (Memorials) befinden. Der Stadtteil Georgetown mit seinen alten historischen Häusern und kleinen Geschäften sowie der trendige Stadtteil Adams-Morgan mit vielen Restaurants und Cafés ist sehr sehenswert. Ein Ausflug nach Arlington, wo sich der nationale Heldenfriedhof befindet, gehört ebenfalls in das Besichtigungsprogramm. Tipp: In den einzelnen Museen und bei den Denkmälern erhält man kostenlose Broschüren, die wertvolle Infos enthalten.

The mall

Der Teil von Washington, der sich zwischen dem Lincoln Memorial und dem Kapitol erstreckt, wird The Mall genannt. Hier findet man auf engstem Raum Kunst, Geschichte und Politik vereint. Dieser Teil ist der Mittelpunkt von Washington, hier laufen sehr viele Boulevards und Avenuen aus allen Himmelsrichtungen sternförmig zusammen. In kurzen Abständen folgt hier eine Sehenswürdigkeit nach der anderen, dabei sind die Smithsonian Museen noch gar nicht berücksichtigt.

Vor dem 11. September 2001 konnte, sowohl das Weiße Haus, als auch das Kapitol besichtigt werden. Derzeit sind alle bedeutenden Gebäude und Memorials entweder nicht zugänglich oder von Sicherheitskräften schwer bewacht. Das Vietnam- und Korea-Memorial zeugen von den letzten großen Kriegen des zwanzigsten Jahrhunderts, an welchen die Vereinigten Staaten teilnahmen. Beide Gedenkstätten sind sehr berührend und beeindruckend. Bei Beginn der Dunkelheit ergeben sich durch eine intensive Anstrahlung tolle Lichteffekte und Spiegelungen z.B. spiegelt sich das Washington Monument in der schwarz glänzenden Marmorwand des Vietnam Memorials wider.

Beim Lincoln Memorial angelangt, geht man die Stufen zur oberen Plattform hinauf. Im Inneren des tempelähnlichen Gebäudes ist die sechs Meter große beeindruckende Statue Lincolns zu sehen. Von hier oben bietet sich eine sehr schöne Aussicht auf die gesamte Mall. Der Blick reicht vom weitläufig rechtwinkelig angelegten Teich vor der Gedenkstätte über das Washington Monument bis zum Kapitol am Horizont. Wenn es Nacht wird in Washington, ist auf der Rückseite des Gebäudes, das ewige Feuer am Grab von J.F. Kennedy am Friedhof von Arlington zu sehen.

Das am Potomac Fluß gelegene Roosevelt Memorial zeigt sehr eindrucksvoll in vier Räumen die Amtszeit des Präsidenten. An den Wänden befinden sich Zitate und Aussprüche über politische und wirtschaftliche Ereignisse aus der Amtszeit des Präsidenten, die auch heute immer noch Aktualität besitzen. Das Jefferson Memorial bietet eine gute Aussicht auf die Mall, sie liegt anderen Uferseite des Tidalbasins. In dem Rundbau mit seinen klassischen Säulen steht in der Mitte die sechs Meter Statue Thomas Jeffersons.

Ausflug auf den Heldenfriedhof in Arlington

Der Friedhof liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Potomac Flusses in der direkten Verlängerung zum Lincoln Memorial. Sie ist die wichtigste Grabstätte des Landes. So fanden hier berühmte Persönlichkeiten, wie zum Beispiel John F. Kennedy oder Pierre Charles L´Enfant ihre letzte Ruhestätte. Der Friedhof ist entweder mit dem Trolly oder mit der U-Bahn bis zur Station Arlington Cemetery erreichbar. Für diejenigen, die mit dem Auto kommen, gibt es einen kostenpflichtigen Parkplatz. Dieser liegt direkt vor dem Besucherzentrum. Für den Friedhof selbst wird kein Eintritt verlangt. Am Eingang erteilt das Parkpersonal gerne Auskunft über die Anlage und ein Plan, auf dem alle interessanten Gräber eingezeichnet sind, hilft bei der Suche.

Beim Besucherzentrum starten auch die Tourmobile mit Führung. Dies ist eine bequeme und interessante Möglichkeit den Friedhof zu besuchen. Man erhält während der Tour vom Guide Informationen über die einzelnen Grabstätten. Die geführte Tour ist kostenpflichtig. Besonders bei den Besuchern beliebt ist das Grabmal der Familie Kennedy. Auf dem schlichten Betongrab flackert das schon beschriebene Ewige Licht. Die Gedenkstätte des Marine-Korps, Iwo Jima liegt außerhalb des Friedhofes auf einem Platz, der von einer Parkanlage umgeben ist. Diese kann entweder zu Fuß oder mit dem Tourmobil besucht werden. Die Rundfahrt mit dem Torumobil kostet für Erwachsene 8,50 Dollar, Kinder zahlen die Hälfte.

Zurück in Downtown

Das Viertel zwischen dem Weißen Haus und der Union Station wird als Downtown bezeichnet. Es besteht aus zahlreichen Verwaltungsgebäuden, Anwaltskanzleien und einigen Parkanlagen. In dem alten Postgebäude aus dem Jahre 1899, und dem Bahnhof Union Station befinden sich neben zahlreichen Geschäften und Läden auch Foodcourts. Diese in den USA beliebte Einrichtung bietet einen Mix aus den verschiedensten Küchen unter einem Dach. Das alte Postgebäude hat einen 90 Meter hohen Turm, der Old Tooth genannt wird. Die Aussichtsplattform kann mit dem Aufzug erreicht werden. Von der Aussichtsplattform, hat man eine herrliche Aussicht über Washington.

Ganz in der Nähe, nur ein paar Blocks vom Postgebäude entfernt, steht das Ford Theater. Dieses wurde durch die Ermordung Lincolns, kurz nach dem Ende des Bürgerkrieges, bekannt. Seit der Renovierung im Jahre 1968 werden wieder regelmäßig Theaterstücke aufgeführt. Im Untergeschoß des Theaters befindet sich ein Museum, wo das Attentat auf Lincoln dargestellt wird. Einige makabere Ausstellungsstücke, wie z.B. der blutbefleckte Gehrock Lincolns sind ebenfalls zu besichtigen. Der Eintritt beträgt 2,50 US-Dollar.

In Downtown ist auch das berühmt, berüchtigte FBI Gebäude angesiedelt. Besichtigungen sind möglich, jedoch sollte man sich rechtzeitig Tickets in der Pennsylvania Avenue 935 besorgen, da diese sehr begehrt sind. Das Gelände um das Weiße Haus ist derzeit großräumig durch Betonplatten abgesperrt und daher nicht zugänglich. Einen Blick auf das Haus kann man von der Parkanlage bei der Constitution Avenue werfen. Der besondere Tipp zum Erholen vom Sightseeing: Im Hotel Washington, 15 th Straße Ecke Pennsylvania Str., gibt es im obersten Stockwerk die Sky Terrace. Dort bekommt man verschiedenste Drinks, mit einer sensationelle Aussicht auf die darunter liegende Stadt, serviert.

Georgetown – der älteste Stadtteil von Washington

Dieser Stadtteil existierte schon als Dorf, als der Rest von Washington noch nicht geplant war. Auf diese Eigenständigkeit dürften die Einwohner immer noch Wert legen, denn einen U-Bahn Anschluss gibt es nicht. Georgetown ist nur zu Fuß, mit dem Auto oder mit dem Trolly zu erreichen. Hier gibt es noch wirklich alte Häuser aus Backstein und gepflasterte Gehsteige. Auch sind die Häuser mit nur max. drei Stockwerken niedriger, als jene in den anderen Stadtteilen Washingtons. Das Viertel erstreckt sich entlang des Potomac Flusses im Westen der Stadt. Dazu gehört auch der Washington Harbour. In Georgetown gibt es nette Cafés und Restaurants, die im Stil der Pionierzeit eingerichtet sind. Sie laden zum gemütlichen Kaffeetrinken und dem Beobachten des Treibens auf der belebten M-street ein. Diese ist so etwas wie die Hauptstraße, auf der sich kleine Geschäfte und Boutiquen aneinander reihen, die Bilder oder schöne Möbel verkaufen. Hier findet jeder etwas, denn die Angebotspalette reicht von unerschwinglich teuer bis zum Trödlerladen.

Von der M-street biegen kleine Gassen ab. In diesen Gassen herrscht nicht so ein Trubel, bedächtig stehen die kleinen meist bunten Häuser da. Dieses Viertel ist auch bevorzugtes Wohngebiet der wohlhabenden und bekannten Einwohner der Stadt. Auf der M-street befindet sich das älteste Haus Washingtons aus dem Jahre 1765, genannt Old Stone house. Das Gebäude ist vom National Park Service detailgetreu restauriert und kann täglich zwischen 11.00 und 14.00 Uhr besichtigt werden.

Nicht verpassen sollte man den Chesapeake & Ohio Kanal, der hier seinen Anfang hat. Entlang dieses begrünten Kanals gibt es einen Fuß- und Radweg, der zum Spazieren und Radfahren einlädt. Eine besondere Attraktion sind die von Eseln gezogenen Lastkähne. Auf diesen können sich Besucher in den Sommermonaten, bis zum Ende des Stadtteils Georgetown, führen lassen. Weiters sind alte Lagerhäuser angesiedelt, die ebenfalls zu Cafés und Läden umfunktioniert wurden. Information über Aktivitäten, wie Rad- oder Bootstouren erhält man im C&O Canal Vistor Center, 1057 Jefferson Street.

Wer noch genug Zeit zur Verfügung hat und mit dem Trolly oder eigenen Fahrzeug unterwegs ist, kann im Stadtteil Upper Northwest die National Cathedral besichtigen. Die Kathedrale ist nicht nur das sechstgrößte Gotteshaus der Welt, sondern auch sonst sehr ungewöhnlich. Die nach einer Bauzeit von 83 Jahren, erst im Jahre 1990 fertiggestellte Kathedrale, ist wirklich sehenswert. Von Weitem sieht das Gebäude wie eine im englischen Gotikstil erbaute Kirche aus. Jedoch beim näheren Hinsehen sind ungewöhnliche Details zu erkennen. So wurden nicht wie früher üblich Wasserspeier mit historischen Figuren und Motiven gewählt, sondern solche, mit aktuellem Bezug zur Gegenwart. So zum Beispiel die Figur aus dem Kinofilm Star Wars, Dart Vander. Das große runde Fenster im Kirchenschiff, enthält Motive, die an die erste Mondlandung 1968 erinnern.

Reisebericht als PDF
Autor: miguel060804  15.02.2011 |  Beitrag hilfreich? Ja (2) | Nein

Kommentare zu Washington, eine Stadt der Weltpolitik und Kultur

Userbild Gereon Gereon: Schöner Bericht über Washington und tolle Bilder! (18.02.11)

Dein Kommentar zu Washington, eine Stadt der Weltpolitik und Kultur

Weiterführende Inhalte zu Washington, eine Stadt der Weltpolitik und Kultur

Washington State History Museum | Kultur & MuseumIn Washington State History Museum und in den Ausstellungen geht es um...
Old Stone House | SehenswürdigkeitWer einmal das älteste Gebäude in Washington sehen möchte, der muss...
Franklin DeLano Roosevelt Memorial | SehenswürdigkeitDas Franklin DeLano Roosevelt Memorial oder auch FDR Memorial genannt...
Washington Monument | SehenswürdigkeitDas Washington Monument wurde 1885 dem ersten US-Präsidenten gewidmet....
Madame Tussauds Wax Museum | Kultur & MuseumDas allseits bekannte und beliebte Madame Tussauds Wax Museum gibt es...
National Air and Space Museum | Kultur & MuseumDas National Air and Space Museum der Smithsonian-Stiftung ist wie die...


Weitere Inhalte zeigen
Lincoln Memorial | SehenswürdigkeitDas Denkmal wurde zu Ehren Abraham Lincolns und als Symbol des...
Kapitol | Kultur & Museum Auf jeden Fall besichtigen! Absolut faszinierend! Politik zum...
Anreise Washington | ArtikelVor allem in den Morgenstunden staut es in der Innenstadt, so dass...
Stadtteile Washington | ArtikelWashington DC bietet den Touristen eine Menge Sehenswürdigkeiten. Die...
Nationalfriedhof Arlington.. | ArtikelDas Gelände des Arlington-Cemetry liegt nördlich des berühmten...
Metropolen und.. | Artikel Amerikas Ostküste ist die Heimat einiger dynamischer und...
USA schönste Städte:.. | Artikel Die USA reizen wohl jeden, der gerne reist, denn gerade die...
Washington D.C. Sightseeing | Kultur & MuseumJeder weiß, dass Washington DC die Hauptstadt der Vereinigten Staaten...

Bilder zu „Washington, eine Stadt der Weltpolitik und Kultur“

Weiterführende Reisetipps

loading...
;