Wasserfall Dreimühlen - Versteinertes Moos in der Eifel
Bei Nohn liegt der Wasserfall Dreimühlen. Versteinertes Moos in der Eifel lässt das Gebilde jährlich gewaltig anwachsen. Es ist ein Naturdenkmal der besonderen Art.
Morgens haben wir uns im Steinbruch Ahütte gefühlt wie Indiana Jones und nach Fossilien geschürft. Danach beschließen wir, zum nahe gelegenen Wasserfall zu laufen, einem weiteren Schwerpunkt des Geopfades Hillesheim. Der Ahbach fließt direkt vorbei an dem Steinbruch, wir folgten ihm nun südwärts etwa 700 Meter weit. Dann rauscht es schon vernehmlich und wir stehen vor einem eigentümlichen Gebilde aus grünem und braunem Moos, aus porösem Kalkstein und der Ursache des Rauschens, nämlich Wasser, das sich in Kaskaden über das Gebilde ergießt. Das ist einmalig und wurde auf Grund dessen zum Naturdenkmal erklärt. Wir befinden uns am Wasserfall Dreimühlen. Versteinertes Moos in der Eifel finden wir hier. Der Ort ist auch unter Nohner Wasserfall bekannt. Aber was ist denn daran so besonders? Nun, seit etwa 10.000 Jahren fließen drei Quellen aus dem Karstgestein. Als man bis 1912 die Bahnstrecke Jünkerath erbaute, fasste man diese Quellen zu einem Bach zusammen, der nun wohlgeordnet dahin fließt.
Die ursprünglichen drei Bäche ließen eine 300 Meter lange Sinterbank entstehen. Sinter sind Kalkablagerungen aus kalkhaltigem Wasser, die normalerweise sehr langsam wachsen, wie zum Beispiel Tropfsteine. Sinterterrassen oder -bänke bilden sich durch die Überlagerung der Kalkschichten in der Horizontalen und Senkrechten. Sie wachsen in zwei Richtungen. Der neue Bach stürzt über nur noch einen Punkt dieser Klippe hinunter und ist deshalb umso effektiver, denn die ganze Masse des Wassers und des Kalks wird hier konzentriert und schiebt die Bank vor.
Wo Wasser und Schatten sind, gibt es Moos, da es Kalk als Wachstumsgrundlage liebt. Der Kalk lagert sich dabei im Moos ab, das Moos stirbt, es geschieht im Grunde genommen das, was in dem Devonmeer auch passierte, nur dass es hier an der Oberfläche stattfindet. Übrig bleibt der Kalk, das nördlich gelegene Vorkommen von Kalksinter in Europa. Am Wasserfall vorbei führt der Wanderpfad über eine Holzbrücke. Eine besondere Augenweide stellt der Wasserfall Dreimühlen dar, wenn im Winter das gesamte Gebilde zu einer Eislandschaft gefroren ist. Der Wasserfall befindet sich in der freien Landschaft an einem gut ausgebauten Wanderweg, es ist kein Eintritt zu zahlen und besondere Sicherheitsvorkehrungen sind nicht zu treffen. Er ist daher jederzeit erreichbar.
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Dieses Naturdenkmal wächst in einem atemberaubenden Tempo von bis zu zehn Zentimetern pro Jahr. Atemberaubend, weil man beispielsweise bei Tropfsteinen von rund einem Zentimeter pro 100 Jahre ausgeht. Das Moos, in dessen Verzweigungen sich der Kalk anlagert, macht dieses rasante Wachstum möglich. Die neue natürliche Mauer, in nur 100 Jahren entstanden, ist bereits zwölf Meter lang und fünf Meter hoch. Das Rauschen des Wassers und der Staub im Steinbruch hat Durst aufkommen lassen. Dem romantischen Tal des Ahbaches folgen wir noch ein paar hundert Meter aufwärts, bis wir auf die historische Nohner Mühle treffen, die, heute restauriert, ein Café und Seminarräume beherbergt. Die freundlichen Wirtsleute geben gerne zu Essen und Trinken und darüber hinaus gestalten sie spirituelle Seminare.
Schöne Fotos, die hier leider fehlen, findet man auf ihrer Seite im Web. Wir lassen es uns gut gehen bei hausgebackenen Kuchen, bei Kaffee und natürlich einem zischenden Bier. Die Mühle, den Wasserfall Dreimühlen, versteinertes Moos in der Eifel und den Steinbruch erreicht man aus dem oberen Ahrtal, einige Kilometer vor Blankenheim über die Zufahrt Üxheim-Ahhütte, wenn man in Ahütte dem Weg unterhalb des Zementwerkes Wotan folgt. Die Anfahrt kann auch über die Landstraße L 70 erfolgen bis Nohn. Ab dort folgt man der Ausschilderung Richtung Wasserfall und Nohner Mühle.
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