Weimarer Zwiebelmarkt - das größte Volksfest Thüringens
Am zweiten Oktoberwochenende findet traditionell der Weimarer Zwiebelmarkt statt und versetzt die Stadt drei Tage lang in den Ausnahmezustand. Ein Besuch lohnt sich jedes Jahr aufs Neue!
Am zweiten Wochenende im Oktober sollen jährlich ca. 300.000 Menschen den Zwiebelmarkt besuchen. Die genaue Anzahl ist natürlich nicht feststellbar, denn der Markt ist frei zugänglich und viele Besucher schlendern zwei Tage oder gar das ganze Wochenende über den Markt. Die Tradition des Marktes reicht bis 1653 zurück, was ihn gleichzeitig zu einem der ältesten Volksfeste Deutschlands macht.
Alles Zwiebel in der Schillerstraße
In der Schillerstraße befindet sich der urtümliche Markt mit einigen Ständen, die tatsächlich Zwiebeln, aber auch Knoblauch, Kartoffeln und anderes Gemüse, verkaufen. Ansonsten wird hier alles feilgeboten, was eine Zwiebel hat und dekorativ ist. Ein besonderes Mitbringsel ist natürlich der Zwiebelzopf. Es gibt aber auch jedes Jahr wieder etwas neues zu entdecken, wie zum Beispiel eine als Maus getarnte kleine Zwiebel in einer Mausefalle.
Der Zwiebelmarkt erstreckt sich über die gesamte Innenstadt vom Frauenplan über den Theaterplatz bis hin zum Atrium. Hier finden sie jedes Jahr eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Zwiebelmarktes und außerdem bieten die Geschäfte - für dieses besondere Fest auch Sonntags - die Möglichkeit zum einkaufen. Vor dem Atrium befinden sich einige wenige Stände und eine Bühne, bis zum eigentlichen Markt sind es dann noch ca. 500 Meter zu Fuß.
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Über das gesamte Gebiet des Zwiebelmarktes - bevorzugt an den großen Plätzen Weimars - verteilen sich über ein halbes Dutzend Bühnen, die jeweils ein anderes Programm zu bieten haben. Hier findet jeder etwas nach seinem Geschmack - ob Schlager, Rock, Blues oder irische Volkslieder. Auch für die Notdurft ist gesorgt. Die öffentlichen Toiletten kosten aber meist eine Kleinigkeit.
Marktplatz, Theaterplatz und Goetheplatz
Nicht verpassen sollten Sie den Zwiebelkuchenanschnitt am Freitag Mittag am Marktplatz durch die frisch gewählte Zwiebelmarktlkönigin. Die Bühne liegt hier gegenüber des Rathauses, dazwischen reihen sich vor allem Speise- und Getränkestände aneinander. Egal ob man sich hier lieber eine original Thüringer Bratwurst schmecken lässt oder zum beliebten Crêpe greift - hungrig wird man diesen Platz nicht mehr verlassen.
Man sollte es natürlich auch nicht versäumen ein Stück Zwiebelkuchen zu genießen. Von wo auch immer man auf en Zwiebelmarkt kommt, ein Stand oder ein Bäcker, der Zwiebelkuchen verkauft, wird nicht weit sein. Empfehlen kann ich vor allem den Stand der Bäckerei Rose am Theaterplatz in unmittelbarer Sichtweite zum Goethe-Schiller-Denkmal vor dem Deutschen Nationaltheater Weimar. Hier schmeckt der Zwiebelkuchen einfach noch einen Tick besser und auch der Preis stimmt. Auch Speckkuchen können Sie hier erstehen. Wer dann der Zwiebel noch nicht überdrüssig ist kann auch gerne die Zwiebelbowle probieren. Auf dem Theaterplatz befindet sich einer von mehreren Ständen, die diese und auch andere (gewöhnliche) Bowlen anbieten. Um nach dem Appetit auch den Hunger zu stillen bieten sich ein Stück Schwein vom Spieß am Bratwurststand auf dem Theaterplatz an.
Über die Wielandstraße gelangen Sie vom Theaterplatz zum Goetheplatz, wo am Samstag die Stadtläufe starten und enden. Eine wirkliche organisatorische Meisterleistung, denn die Strecken führen direkt durch das Gebiet des Zwiebelmarktes und werden zur Sicherheit der Läufer natürlich abgesperrt. Damit die Besucher aber nicht eingesperrt sind gibt es Streckenposten, die die Absperrungen hochhalten und die Gäste durchlaufen lassen, sobald und solange kein Läufer kommt. Natürlich ist auch jeder Besucher dazu eingeladen am Stadtlauf teilzunehmen. Dafür müssen Sie sich jedoch einen Tag vorher im Meldebüro am UNESCO-Platz anmelden. Auf dem Goetheplatz und in der Umgebung befinden sich natürlich auch allerhand Stände vom Käsestand bis zu Ständen, die Holzfiguren anbieten. Am Kasseturm finden Sie einen von mehreren Salamiständen, die einige besondere Sorten im Angebot haben. Die Renner sind natürlich die Zwiebelsalamis - eine von Zwiebeln umhüllte Salami! Unbedingt probieren. Allerdings sind diese meist schon Samstagmittag vergriffen! Die Knoblauchsalamis können Sie hingegen meist bis Sonntag erstehen.
Riesenrad und Mittelaltermarkt
Vom Goetheplatz aus können Sie auch das Riesenrad sehen, dass auf dem Rollplatz steht. Wer schwindelfrei ist sollte hier auf jeden Fall einen Blick von oben auf den Trubel des Zwiebelmarktes werfen! So voll sehen Sie Weimar kein zweites Mal im Jahr! Über den Graben gelangen Sie vom Rollplatz zum Teichplatz und damit direkt in die Mitte des Mittelaltermarktes. Allerlei Leckereien verlocken zum essen: Fladenbrot, Kartoffelspeisen aller Art, irisches Brot oder eine spiralförmig aufgeschnittene und frittierte Kartoffel und natürlich Zwiebelbrot! Die alt aussehenden Buden, Grog und Met, mittelalterliche Stoffe und (natürlich unechte) Waffen versuchen den Besucher tatsächlich ins Mittelalter zurückzuversetzen. Hier ist natürlich auch das Bühnenprogramm entsprechend angepasst. Beim Mittelaltermarkt befindet sich auch eine Sparkasse.
Ob am Burgplatz, am Frauenplan, am Herderplatz oder in der Puschkinstraße - überall finden Sie besondere Stände. Es werden gebrannte Nüsse angeboten, Naschereien aller Art, ungarische oder tschechische Spezialitäten, Körbe, Wein, Glasschmuck, regionales, Essen, Trinken, Dekoratives und sogar Weihnachtliches bis hin zum erzgebirgischen Holzkreisel. Zwiebelmarkt mag dafür kaum noch der richtige Ausdruck sein, aber hauptsächlich geht es immer noch um die Zwiebel! Man kann also ruhig die Möglichkeit nutzen eine tschechische Oblate zu kaufen oder Elbwürmer zu essen.
Anreise, Parken und andere Informationen
Wer einen weiten Anreiseweg hat erreicht Weimar mit dem Auto am besten über die A 4 mit der Ausfahrt Weimar und anschließend über dei B 85. Am Zwiebelmarktwochenende ein Parkplatz in Weimars Innenstadt zu finden ist fast aussichtslos. Selbst das Parkhaus vom Atrium ist meist voll. Es gibt jedes Jahr eine Broschüre im Internet mit markierten Parkplätzen und zum Zwiebelmarkt wird man mit entsprechenden Hinweisschildern zur nächstgelegenen Parkmöglichkeit aus der jeweiligen Anreiserichtung geleitet. Wer die Möglichkeit hat sollte mit dem Zug anreisen, zumal an diesem Wochenende viele Sonderzüge fahren; nach Apolda, Erfurt, Kranichfeld, Jena und Gera auch bis spät in die Nacht hinein. Seit einigen Jahren gibt es auch Fahrten mit historischen Eisenbahnen zum Zwiebelmarkt. Eine weitere Möglichkeit ist natürlich auch sein Auto in einem Dorf in der Nähe von Weimar zu parken, welches einen Bahnhof hat, wie zum Beispiel in Nohra. Wer das meist nicht wirklich warme Wetter nicht scheut, der kann mit dem Fahrrad auch über den Ilmtal-Rad-Wanderweg nach Weimar kommen.
Man sollte wissen, dass es von früh an sehr voll ist zum Zwiebelmarkt in Weimar! Wer nicht gern irgendwo ansteht oder derart große Menschenmengen eher meidet, der sollte den Markt am Freitag besuchen. In Apolda gibt es im September übrigens auch einen Zwiebelmarkt, der weit weniger voll ist. Sie sollten sich recht warm anziehen und unbedingt einen Regenschirm bereit halten. Es scheint zwar doch meistens die Sonne zum Zwiebelmarkt, aber im Oktober ist es nun einmal doch schon sehr kalt.
Das Wochenende des Zwiebelmarktes eignet sich mitunter nicht besonders gut zum besichtigen der Sehenswürdigkeiten in Weimar, auch wenn die Möglichkeit durchaus besteht. Ob Goethe- oder Schillerhaus, Anna Amalia Bibliothek, Schloss, Rathaus oder Theater und Goethe-Schiller-Denkmal - alle befinden sich direkt im Gebiet des Zwiebelmarktes, wodurch ein ruhiger Besuch ausgeschlossen ist. Außerdem werden viele Besucher des Zwiebelmarktes versuchen die Möglichkeit zu nutzen und mit einem Besuch der Sehenswürdigkeiten zu kombinieren. Ein schönes Foto der historischen Gebäude können Sie aber alle mal machen!
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