Whalewatching zwischen Teneriffa und La Gomera mit der Nashira Uno

Es geht zum Whalewatching zwischen Teneriffa und La Gomera. Mit der Nashira Uno erlebt man aufregende und unvergessliche Stunden mit den Meeressäugern auf dem offenen Meer.

Meeressäuger unterwegs

Heute haben wir den Rucksack gepackt für ein besonderes Event. Es geht hinaus aufs Meer zwischen Teneriffa und La Gomera. Von Los Gigantes fahren wir los mit der Nashira Uno, einem der Motorboote, die alltäglich starten, um begeisterten Besuchern Teneriffas die Säuger der Meere vorzustellen. Um elf soll das Schiff ablegen, also schnell noch die ins Büro unten im Hafen von Los Gigantes und die Karten kaufen. Eigentlich müssten wir pro Person 31 Euro zahlen, doch da lässt sich für uns sechse schon noch etwas runter handeln. Wir sind früh dran und sehen uns noch etwas in dem kleinen Hafen um. Es liegt fast Boot neben Boot an den Anlegern und dazwischen schwimmen jede Menge dicke Fische umher. Ob die noch schmecken, wenn die sich dauernd in der nicht sehr Vertrauen erweckenden Brühe aufhalten? Parallel zur Beckenmauer ziehen sich die Straße und eine ganze Reihe von Lokalen diverser Nationalitäten hin, die von Köpi über Tapas bis Pizza mit fast allem aufwarten.

Jetzt müssen wir aber sehen, dass wir zum Anleger auf der anderen Seite des Hafenbeckens kommen. Da wartet die Nashira Uno schon auf uns und zum Glück nur einige andere Gäste. Es ist Nebensaison und im Moment noch nicht so viel los. Der Skipper und sein Helfer ziehen die Leinen ein und leise tuckernd setzt sich der Katamaran in Bewegung, hinaus aus dem Hafenbecken. Dann dreht der Kapitän mit dem Dreitagebart ein bisschen auf und schnell verschwindet die Küste hinter uns, während wir auf La Gomera zusteuern. Die Nachbarinsel ist hier nur 30 km entfernt und während der Seeboden sonst um die Inseln 3.000 Meter tief ist, bringt er es hier nur auf rund 1.500 Meter. Es sieht so aus, als wisse Señor Capitan genau, wo er hin will. Herrlich, der Wind bläst uns durchs Haar und irgendwie fühlt man sich vogelfrei auf dem Kahn, der 14 Meter lang und fünf Meter breit ist.

Nicht mal zehn Minuten dauert die schnelle Fahrt bevor der Motor fast still steht. Whales, ruft der Captain auf etwas kratzigem Englisch. Da, vorne rechts, eine ganze Schule Pilotwale. Woher wusste der so genau, wo er hinmusste? Egal! Ihre mächtigen schwarz glänzenden Leiber ziehen ruhig ihre Bahnen durch das stille Meereswasser. Beeindruckend sind die Meeressäuger in freier Wildbahn. Ihre runden Köpfe tauchen kurz auf, um dann wieder im Wasser zu verschwinden. Sie schwimmen um das Boot herum, als gehöre es dazu zu ihrer Welt. Irgendwann ist dann ihre Neugier befriedigt und sie ziehen geschlossen weiter. Fast eine halbe Stunde durften wir die Pilotwale erleben, sie fotografieren und filmen. Noch ein Stück weiter geht es jetzt in Richtung La Gomera. Bald sind wir mitten in einer ganzen Herde Delphine, die blitzschnell durchs Wasser jagen, umdrehen, hoch aus dem Meer springen. Es ist unglaublich, bestimmt 20 oder 25 Tiere, die wie Torpedos durchs Wasser gleiten, um dann fast regungslos auf der Stelle zu dümpeln, ihre spitzen Schnauzen aus dem Wasser wippend. Viel zu schnell geht die Zeit rum und der Skipper dreht jetzt nach Norden, will der etwa nach La Palma?

Irgendwann steuert er auf die Steilküste zu, die sich, 600 Meter hoch, von Los Gigantes nach Punto Teno zieht. Sie ist nur unterbrochen von einigen Schluchten, die sich als so genannte Barrancos aus den Bergen zum Meer hinunterziehen. Steil und meistens unwegsam sind sie, die Pfade führen an steilen Klippen entlang, wie im Barranco Seco. Etwas sanfter kann man im Barranco von Masca absteigen, um nach drei bis vier Stunden am Meer anzukommen. Genau dorthin fährt uns jetzt das Boot. Am Ausgang der Schlucht liegt eine natürliche Bucht und ein Bootsanleger aus Beton wurde ins Meer hinausgebaut. Dort wird der Kapitän auf seiner Nachmittagsfahrt Wanderer abholen, um sie mitzunehmen nach Los Gigantes. So muss niemand, der die Schlucht bewältigt hat, auch wieder hinauflaufen. Für uns wirft der Skipper Anker und in dem glasklaren Wasser kann baden wer möchte. Es ist verlockend; blaugrün schimmert es in der gleißenden Sonne. Jetzt gibt es auch ein paar Tapas und ein kühles Bier aus der großen Kühlbox, die auf dem Deck steht. Nach einer Stunde werden die Badenden wieder eingesammelt und die Nashira Uno tuckert langsam entlang der gigantischen Felswände Richtung Hafen.

Wie ein einheitlicher Block, nur zerfressen durch das Wasser, das an ihnen herunter läuft, stehen sie aus dem Meer empor. Kleine Felsnasen, verschiedenfarbige Bänder und Vogelnester kann man ausmachen in den Klippen. Möwen und Falken jagen im Sturzflug die Felswände entlang. Sogar Adler soll es hier noch geben, gesehen haben wir aber leider keine. Jetzt kommt bald der Hafen in Sicht, doch zuvor noch einige Netzte von Fischfarmen, die von ein paar Delphinen wie von hungrigen Wölfen belagert werden. Es könnte ja mal einer raus springen! Es war schön! So ganz anders, als wenn man die Meeressäuger, Delphine wie auch Wale irgendwo in Gefangenschaft, eingepfercht in Betonbecken sieht. Da können sie einem nur Leid tun! Es ist nicht nachzuvollziehen, wie man diese Wesen in Gefangenschaft versklaven kann, wo man sie doch in freier Natur so viel besser und schöner erlebt. Doch wir freuen uns, dass wir ein paar schöne Stunden mit Walen und Delphinen haben durften, draußen auf See zwischen Teneriffa und La Gomera.
 

Reisebericht als PDF
Autor: voyager  11.11.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja (2) | Nein (1)

Dein Kommentar zu Whalewatching zwischen Teneriffa und La Gomera mit der Nashira Uno

Weiterführende Inhalte zu Whalewatching zwischen Teneriffa und La Gomera mit der Nashira Uno

Beste Reisezeit Teneriffa | ArtikelEs ist nicht falsch zu sagen, dass auf Teneriffa immer sommerliche...
Beliebte Orte Teneriffa | Artikel Als die größte der kanarischen Inseln ist Teneriffa vor allem durch...
Finca Urlaub auf Teneriffa | Artikel Ein Finca Urlaub auf Teneriffa ist im sonnigen Süden aber auch im...
Gomera, die kanarische Insel zum Wandern | Artikel Gomera liegt im Westen der kanarischen Inseln. Mit 369 m² ist sie die...
Wandern auf Teneriffa - Montaña.. | Artikel Viele, die ans Wandern denken, denen wird dabei wahrscheinlich nicht...


Weitere Inhalte zeigen
Kanarische Insel Teneriffa - Santa.. | Artikel Die größte der Kanarischen Inseln ist Teneriffa mit 2.034 km² Areal....
Aufstieg auf den Pico del Teide -.. | ArtikelTeneriffa ist gekennzeichnet von seiner vulkanischen Entstehung und...
Teneriffa - Ausflüge | Artikel Sonne, Palmen, Strand und Meer, wer sich das für seinen Urlaub...
La Gomera - Sonne, Strand,.. | Artikel Die zweitkleinste der kanarischen Inseln mitten im Atlantik, westlich...
Teneriffa - Galapagos der Pflanzenwelt | ArtikelMit Teneriffa verbinden viele wohl zuerst einmal Sonne, Sand und...
Aparthotel Tamaimo Tropical | HotelPositioned against a mountain backdrop and affording marvellous views...
Cañadas | Sport & AusflugDie Cañadas del Teide sind eine Hochebene am Krater des Teide mit...
Acantilados de Los Gigantes | SehenswürdigkeitDie Felsen Los Gigantes an der Küste des gleichnamigen Ortes erreicht...
Pico del Teide | SehenswürdigkeitEin Besuch des Nationalparks und des Teides sind Pflicht bei einem...
Mascaschlucht im Tenogebirge | Sport & AusflugDas Bergdorf Masca im Nordwesten von Teneriffa liegt in einem...
Historisches Zentrum von.. | Sehenswürdigkeit1985 wurde das historische Zentrum von Puerto de la Cruz zum...
Barcelo Santiago | Hotel@ The Puerto Santiago restaurant offers diners a wide...

Bilder zu „Whalewatching zwischen Teneriffa und La Gomera mit der Nashira Uno“

Weiterführende Reisetipps

loading...
;