Whisky, Kilt und Dudelsack - Schottlands Trias
Eine Mietwagenrundreise durch Schottland bietet unglaublich vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Für jeden Geschmack findet sich die passende Aktivität.
Wie stellt man sich einen Traumurlaub vor? Lebendige Städte mit viel Kultur und Geschichte, ein bisschen Party, aber auch Einsamkeit und Ruhe, natürlich Strand, am besten zur Abwechslung auch noch ein paar Berge. Alles zusammen geht doch nicht, oder? Geht doch! Wenn man zusätzlich kein Problem damit hat, dass die Sonne nicht jeden Tag vom Himmel scheint: Auf nach Schottland!
Zu viert erkundeten wir Ende Juni per Mietwagen den nördlichen Teil der britischen Insel. Dank eines Billigfluges erreichten wir äußerst preisgünstig Edinburgh, wo wir in einem netten Hostel in der Nähe des berühmten Edinburgh Castle residierten. Die Stadt selbst muss unzweifelhaft als eine der schönsten Städte Europas bezeichnet werden. Das ebenso eindrucksvolle wie geschichtsträchtige Edinburgh Castle thront imposant und unverwüstlich auf einem Felsen über der Stadt. Von dort führt die „Royal Mile“ hinab zum Holyrood Palace, der offiziellen Residenz des britischen Königshauses in Schottland. Sehr zu empfehlen ist ein abendliches Picknick im riesigen gleichnamigen Park, der aufgrund seiner Größe und seines Reliefs so gar kein gewöhnlicher Park ist. Bei bestem Wetter bot sich uns ein atemberaubender Sonnenuntergang. Auch Calton Hill ist ein beliebter Aussichts- und Treffpunkt der Edinburgher. Bei der Abendgestaltung hat man die Qual der Wahl: Unzählige Pubs und Bars laden auf einen Drink ein, die kultigsten unter ihnen liegen am Grassmarket.
Die nächste Station auf unserer Rundreise war der charmante Bade- und Fischerort Stonehaven an der Ostküste, in dem wohl mehr Seemöwen als Einwohner leben. Übrigens gilt der Ort als Geburtsort des frittierten Mars-Riegels, einer fragwürdigen kulinarischen Spezialität. Die Kalorienbombe trainierten wir uns anschließend auf dem Wanderweg über die Klippen zum spektakulär auf einem Felsvorsprung gelegenen Dunnottar Castle wieder ab. Ein Übernachtungstipp: Das Bed & Breakfast „Arduthie House“ mit freundlichem Gastgeber beinhaltet gleichzeitig eine kleine Galerie!
Herald House, Edinburgh7 Tage Schottland, 2 Sterne Zimmer, Frühstück ab 657€ buchen
Premier Inn Edinburgh City Centre Haymarket, Edinburgh7 Tage Schottland, 3 Sterne DZ, nurÜbernachtung ab 614€ buchen
Von Stonehaven führte unser Weg nun weg von der Küste in die Highlands. Über das nette Städtchen Ballater erreichten wir nach kurvenreicher Fahrt durch menschenleere, karge Gebiete Dufftown. Was wie die Heimat von Homer Simpsons bevorzugter Biermarke klingt ist in der Tat weltberühmt für alkoholische Erzeugnisse: Dufftown ist die Whiskyhauptstadt Schottlands. Zahlreiche Destillen erzeugen vorzüglichen und auf der ganzen Welt geschätzten Single Malt. Platzhirsch (im wahrsten Sinne des Wortes) unter den Brennereien ist die seit der Gründung in Familienbesitz befindliche Glenfiddich Destillery, was übersetzt „Tal der Hirsche“ bedeutet. Dort werden kostenlose Führungen, auch in deutscher Sprache, mit anschließender Verköstigung angeboten. Wenn man einmal von der vermarktungstechnisch perfekten Inszenierung der Marke absieht, ein absolut empfehlenswertes Vergnügen.
Über die Hochlandkapitale Inverness, die den nördlichsten Punkt unserer Route markierte, führt die Hauptstraße durch das Great Glen wieder südwärts entlang des Loch Ness. Da man Nessie voraussichtlich nicht zu Gesicht bekommen wird und es im zerklüfteten Schottland entschieden hübscheren Lochs gibt kann man sich den Touristenstopp getrost schenken. Stattdessen empfiehlt sich eine Visite des kleinen Ortes Glenfinnan zwischen Fort William und Mallaig. Von einer kleinen Anhöhe fällt der Blick auf der einen Seite auf das beeindruckende Glenfinnan-Viadukt, das im Halbkreis ein Tal überquert und unter anderem für Harry Potter als Filmkulisse diente, auf der anderen Seite erstreckt sich das malerische Loch Shiel, an dessen Ufer ein Monument den Punkt markiert, an dem der schottische „Bonnie Prince Charlie“ 1745 anlandete und die Clans versammelte.
Doch genug von den Highlands, die größte Stadt Schottlands Glasgow wartete mit zwei besonderen Highlights auf uns. Zunächst besuchten wir sogenannte Highland Games im Westend der Stadt. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Touristenfolklore und Brauchtumspflege. Starke Kerle im traditionellen Kilt wetteifern in verschiedenen „Heavy Events“, unter anderem dem berühmten Baumstammwerfen, um Siege und Preisgelder. Junge Mädchen konkurrieren bei traditionellen Tänzen um die Gunst der Preisrichter und natürlich des Publikums. Über allem liegt ein dicker Teppich aus den Klängen der obligatorischen Dudelsackkapelle. Wenn sich die Gelegenheit bietet, darf man diese schottische Olympiade auf keinen Fall verpassen! Am Abend sollte dann eine andere Musikrichtung im Vordergrund stehen. Im Hampden Park, dem schottischen Nationalstadion, fand ein Konzert von Pink im Rahmen ihrer Funhouse-Tour statt. Wir hatten uns bereits im Vorfeld Tickets gesichert – eine gute Entscheidung angesichts des Andrangs. Es wurde ein fantastisches Konzert und eine grandiose Show – mehr als 50.000 begeisterte Menschen feierten eine Riesenparty. Und sogar die Sonne feierte mit. Gelungener hätte der Abschied nicht ausfallen können. So what, it’s Scotland!
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Glenfiddich Still Pot