Wien bei Nacht
Das Wiener Nachtleben ist mehr als eine Reise wert - am besten selber ausprobieren!
"Wien ist anders" sagt der Werbeslogan - und tatsächlich, Wien ist mehr als anders! Nämlich besser! Die klassischen Sightseeing-Stationen sind bekannt: Hofburg, Stephansdom, Prater mit Riesenrad, Schloß Schönbrunn mit dem Tiergarten und und und. Alle sind wunderschön und haben ihren Attraktionen-Status zu Recht, aber Wien hat eben noch viel mehr zu bieten - abseits der touristischen Trampelpfade!
Spätprogramm für jeden Geschmack
Sobald die Sonne untergeht, geht es los - mit der etwas anderen Stadtbesichtigung: Um sich auf den Abend gebührend einzustimmen, bietet sich ein Kaffee im Cafe Blaustern an - sehr studentisch, sehr schick, sehr urban. Dann kann man - wahlweise zu Fuß, stilecht mit der Kutsche, mit dem Taxi oder mit der "Bim" (Straßenbahn) - weiter ziehen, in den Sommermonaten am besten über den Donaukanal. Dort haben in den letzten Jahren viele Lokale eröffnet, es sind alle Stilrichtungen vorhanden! Man kann dort in lauen Sommernächten wunderbar am Wasser sitzen, einen klassischen "Weißen Spritzer" (Weisswein mit Mineralwasser) oder einen schicken "Veneziano" genießen. Auch die Küche lässt sich sehen, von traditioneller Hausmannskost bis internationalen Spezialitäten ist alles vorhanden.
Das Bermudadreieck
Ganz klassisch für eine Ausgehnacht ist das Bermudadreieck, mitten im 1. Bezirk. Woher der Name genau kommt, bleibt ein Geheimnis, aber das Verschwinden manches Besuchers nach einer zu ausgedehnten Bartour hat sicher auch dazu beigetragen... Dort befindet sich auch das Salzamt, ein typisch wienerisches Synonym für die absolute Sinnlosigkeit der Bürokratie. Hatte man sich über etwas zu beschweren, wusste aber auch schon, dass das sowieso nichts bringt, dann schrieb man eben einen Brief an das Salzamt.
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Spittelberg - nicht nur als Weihnachtsmarkt top!
Andere beliebte Viertel mit weniger Touristen sind das Spittelbergviertel nahe dem Amerlinghaus (im 7. und 8. Bezirk), wo es auch zur Vorweihnachtszeit einen sehr schönen kunsthandwerklich angehauchten Christkindlmarkt gibt. Auch die Gegend um den Naschmarkt herum, im 4. Bezirk, ist nicht nur für Szenekenner empfehlenswert. Hier finden sich wunderbare japanische Restaurants, durchgeknallte Kaffeehäuser, die eher wie Bars wirken und eben den Naschmarkt - am Wochenende findet hier ab 6 Uhr früh immer ein Flohmarkt statt, absolut erlebenswert! Die Öffnungszeiten der Clubs und Bars varieren stark, am besten im Internet checken.
Bälle - ein MUSS in Wien
Die Wiener Ballsaison findet während des Faschings statt, also von Silvester bis zum Beginn der Fastenzeit. Der glamouröseste Ball ist sicherlich der weltbekannte Opernball - immer am Donnerstag vor Aschermittwoch in der Staatsoper. Wer keine Lust auf festlich gekleidetet Gäste, die Damen in langen Ballkleidern, die Herren in hocheleganter Abendgarderobe und Walzertanzen unter den reichverzierten Lüstern der Kronleuchter hat, schaut stattdessen beim Rosenball vorbei - der Opernball der Schwulen- und Lesbenszene, ein Highlight!
Und noch einen Ball gibt es, bei dem allerdings mit der Kartenbeschaffung schon sehr schnell sein muss - der Lifeball von Gery Keszler. Einst als Benefizveranstaltung für AIDS-Opfer erdacht, ist es die farbenprächtigste, schillerndste und schrillste Veranstaltung überhaupt - Stargäste sind immer mit dabei, wer es schafft, Karten zu organisieren, kann sich sehr glücklich schätzen! Der Termin variiert immer ein wenig, heuer ist der große Tag der 17. Juli 2010.
Clubs
Clubs gibt es wie Sand am Meer in Wien, immer noch hip ist der Volksgarten und das U4 - eine Institution seit den 80ern, Falco hat hier live gespielt und auch The Artist formerly known as Prince hat hier abgerockt! Und noch ein Vorteil - das U4 ist mit den Öffentlichen sehr gut erreichbar, schließlich ist es nach der gleichnamigen U-Bahn-Linie benannt. Alternativ gibt es am Donaukanal noch das Flex, ebenfalls seit Generationen ein Treffpunkt der eher alternativen Szene. Diese trifft sich übrigens auch im WUK im 9. Bezirk, im Sommer sehr nett mit schönen Innenhöfen zum Sitzen und Plaudern.
Heurigen - es wird ein Wein sein und wir werden nimmer sein...
Wien ohne Heurigen ist völlig undenkbar - auch wenn die traditionellesten Heurigen der Stadt schon sehr touristisch sind. In Grinzing und Nußdorf geht es hier trotz der ursprünglich sehr rustikalen Atmosphäre eher nobel zu, ein bisschen ausserhalb von Wien findet man aber noch genügend "originale" Heurige: denn ursprünglich war der Heurige ein Wiener Wort für den Wein der letzten Ernte, und der jeweilige Winzer durfte seinen Wein mit kalten Speisen zusammen an bestimmten Wochen im Jahr verkaufen.
Und schlafen?
Irgendwann müssen auch die tapfersten Nachtschwärmer schlafen - Wien hat Hotels für jeden Geldbeutel und Geschmack, in der Luxuskategorie ganz oben sind das Sacher oder das Mariott, am anderen Ende der Skala gibt es einige Jugendherbergen und dazwischen alles - und eines haben sie alle gemeinsam: Den Wiener Charme.
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