Zelten in Island - eine preiswerte Alternative

Island ist ein sehr teures Reiseland. Wer auf Komfort verzichten kann und Frischluft liebt , für den ist Zelten in Island eine preiswerte Alternative.

Zugegeben, man muss bisweilen etwas robuster sein, wenn man sich für das Zelten in Island entscheidet. Kühle Temperaturen, hin und wieder nächtliche Minusgrade selbst im Sommer, viel Regen und noch mehr Wind, dazu eine teils sehr spartanische Ausstattung der Zeltplätze – all das kann einen erwarten und auf all das sollten sich potentielle Camper einstellen.

Zelten in Island – aber wo?
Grundsätzlich ist wildes Zelten in Island erlaubt – jedoch nicht in der Nähe von Zeltplätzen, auf kultiviertem Boden sowie in Naturschutzgebieten. Wer nicht gerade auf einsamer Trekking-Tour im Hochland unterwegs ist, wird jedoch rund um die Insel genügend Zeltplätze finden. Es gibt derzeit 68 registrierte Zeltplätze und darüber hinaus viele weitere. Die Angaben zur Gesamtzahl schwanken zwischen 120 und 150. Die meisten Plätze sind zwischen Juni und September geöffnet.

Campingplätze - Ausstattung und Preise
Die Ausstattung der Zeltplätze ist sehr unterschiedlich, in der Regel ist sie sehr einfach gehalten. Auf einigen findet man ein kleines Holzhäuschen mit zwei WCs und einem Waschbecken, auf anderen gibt es beheizte Sanitäranlagen in festen Gebäuden. Nicht immer wird bei den Anlagen zwischen Männlein und Weiblein getrennt. Auf größeren Zeltplätzen gibt es Möglichkeiten zum Wäschewaschen, auf einigen stehen Grills zur Verfügung, Sitzgelegenheiten hingegen sind oftmals rar. Es gibt keine abgesteckten Stellplätze und selbst wenn es wie am Wochenende vor dem Bankfeiertag im August mal so richtig voll werden sollte, findet sich irgendwo immer ein Plätzchen.

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Auf den meisten Zeltplätzen bezahlt man eine Gebühr pro Person, die zwischen 700 und 1.200 Kronen liegt. Für die Nutzung der Dusche fallen auf vielen Plätzen Extrakosten zwischen 200 und 400 Kronen an. Zelten in Island ist auf jeden Fall eine preiswerte Alternative. Auf Plätzen, auf denen keine Anmeldung oder kein Kiosk vorhanden ist, kommt oftmals im Laufe des Tages bzw. zu festgesetzten und am Klohäuschen angeschlagenen Uhrzeiten jemand vorbei, um zu kassieren. Man bekommt einen Aufkleber, den man am Zelt anbringen muss – die Angaben darauf variieren von Zeltplatz zu Zeltplatz. Seit wenigen Jahren gibt es eine Campingcard – man bezahlt eine einmalige Gebühr und kann auf den angeschlossenen Zeltplätzen kostenlos übernachten. Ob sich die Karte lohnt, hängt davon ab, wo man während seiner Reise unterwegs ist.

Die ultimative Ausrüstung für das Zelten in Island
Das Wetter in Island ist speziell und wer zeltend unterwegs ist, sollte sich darauf ganz besonders einstellen. Das Zelt sollte insbesondere gegen die Feinde Wind/Sturm und Regen gewappnet sein. Eine Form, die dem Wind möglichst wenig Angriffsfläche bietet, viele Abspannmöglichkeiten, Alugestänge, stabile Heringe und ein Kombination von möglichst trennbarem Innen- und Außenzelt sind dabei besonders wichtig. Ebenso große Apsiden, um darin Gepäck unterbringen und notfalls kochen zu können. Eine Konstruktion, bei der zunächst das Außenzelt aufgebaut wird, wird der zu schätzen wissen, der sein Zelt in strömendem Regen aufbauen muss. Zur Schonung des Zeltbodens sind Unterlagen empfehlenswert, wobei hier preiswerte Planen aus dem Baumarkt genügen, die man am Ende des Urlaubs entsorgen kann.

Auf Island kann es zwar auch mal warm sein, der Schlafsack sollte aber darauf ausgerichtet sein, Temperaturen um den Gefrierpunkt standhalten zu können. Empfehlenswert sind Schlafsäcke mit einem Komfortbereich um die –5°C. Je nachdem wie kälteempfindlich jemand ist, kann es mehr oder weniger sein. Der beste Schlafsack nützt jedoch nichts, wenn man kein isolierendes Darunter hat, denn dort wo der Körper den Schlafsack am Boden zusammenpresst, kann dieser seine Isolationsleistung nicht (voll) entfalten. Luftmatratzen sind wegen der zirkulierenden Luft in ihrem Inneren eine schlechte Unterlage auf kaltem Boden, selbstaufblasende Thermomatten hingegen sind eine gute Wahl. Zelten in Island ist nicht nur eine preiswerte Alternative, sondern auch ein kleines Abenteuer. Und wer sich am Tage beim Wandern noch nicht genug verausgabt hat, wird im Sommer dick eingemummelt vorm Zelt sitzend die hellen Nächte genießen.

Reisebericht als PDF
Autor: morrats  07.05.2010 |  Beitrag hilfreich? Ja (8) | Nein

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