Zum Römerfest nach Trier

In einer der ältesten Städte Deutschlands lässt sich Geschichte hautnah erleben. Trotzdem ist Trier nicht nur für Latein-Fans ein absolutes Highlight.

Die mehr als 2000 Jahre alte Stadt, die damals unter dem Namen Augusta Treverorum bekannt war, ist als heutiges Trier ein Anziehungspunkt für Menschen aus nah und fern, die Interesse an historischen Fundstücken, Ausgrabungen und der Vorgeschichte deutscher Städte haben. Da die Stadt Trier auf römische Gründer zurückgeht, ist die Römerzeit hier auch in der heutigen Zeit lebendigerals in anderen Orten Deutschlands. Im Besonderen lebt die Geschichte an einigen Wochenenden im Sommer auf, wenn Trier sich in seinem Kern in ein beachtliches Römerlager verwandelt.

Was zunächst nach spaßigem Kostümfest klingen mag, hat jedoch durchaus seine Berechtigung. Wann schon wird einem Geschichte besser veranschaulicht, als wenn sie einem zum Miterleben dargeboten wird? Bereits in den frühen Morgenstunden versammeln sich die römischen Heerscharen auf dem Kornmarkt in der Trierer Altstadt, um mit Fanfarenklängen, Wachwechsel und Formationsübungen einen Teil ihres militärischen Tuns zu demonstrieren. Die Trierer Bürger, die sich hier in Leder und Rüstzeug gezwängt und mit Lanze und Schild bewaffnet haben, haben ihre Sache gut gemacht. Sieht man dem bunten Treiben eine Weile zu, fühlt man sich zurückversetzt in die fernen Zeiten von Augustus und Claudius, die einst über den idyllischen Landstrich an der Mosel herrschten.

Begleitet man nach dem Aufmarsch die tapferen Krieger zurück auf ihren Lagerplatz auf der Grünfläche hinter der wohlbekannten Porta Nigra, erwartet einen der Eindruck des feuchtfröhlichen Lebens der Römerzeit. Hier wird Met ausgeschenkt und römisch-kulinarische Köstlichkeiten verkauft. Kinder können sich im Bogenschießen üben oder ein Paar echt römische Lederschuhe oder einen Beutel nähen. Ausstellungen berichten über die Zeit der Belagerung und Handwerker erstaunen mit alten Handwerks- und Kunsthandwerksberufen. Geht der Tag im Lager zu Ende, können in schauriger und nebliger Illumination noch die Katakomben aus römischer Zeit unterhalb des Lagergeländes besichtigt werden. Nie lässt sich Trier in seiner Geschichte authentischer erleben als an diesen Wochenenden im Sommer.

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Autor: Christina von Cluny  18.10.2011 |  Beitrag hilfreich? Ja | Nein

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