Zwischen Lübeck und Lüneburg - Die alte Salzstraße
Einst fuhren Pferdefuhrwerke mit Salz zwischen Lübeck und Lüneburg. Die alte Salzstraße war ihr Transportweg, heute ist sie eine kurweilige Ferienstraße durch die Heidelandschaft.
Salz ist ein ganz besonderer Stoff! Es hat für die Menschen eine überaus wichtige Bedeutung innerhalb der Ernährung; ohne den weißen Mineralstoff wäre Leben gar nicht möglich. Eine noch viel größere Wichtigkeit kam dem Salz in den vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden zu, als es das bedeutendste Konservierungsmittel darstellte. Doch nicht überall gab es Salz, nicht überall konnte das weiße Gold aus dem Meer, aus Bergwerken oder mittels Salinen gewonnen werden. Somit war Salz das wichtigste Handelsgut, das über weite Strecken transportiert wurde. Schon in grauer Vorzeit entstanden die Salzstraßen. Eine davon ist die Alte Salzstraße zwischen Lüneburg und Lübeck. 130 Kilometer ist sie lang und man nennt sie auch Via Regia, Königstraße. Der Begriff meint nicht etwa, dass diese Straße besonders gut ausgebaut war, sondern so wurden Straßen bezeichnet, die unter dem Schutz der Obrigkeit, des Königs, standen und denen in Punkto Sicherheit hohe Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
In Lüneburg förderte man seit über 1000 Jahren Salz aus einer unterirdischen Salzsole an die Oberfläche, erst 1980 stellte man dies ein. Lüneburg wurde schon früh, auf Grund seiner salzigen Wichtigkeit, Mitglied der Hanse und stellte zusammen mit der Hansestadt Lübeck ein wichtiges Potential in dem norddeutschen Handelsbund dar. Die Alte Salzstraße war das Mittel zum Zweck, dieses Salz nach Lübeck und damit zur weiteren Verschiffung ans Meer zu bringen. Die Ostseefischer nutzten es zur Haltbarmachung ihrer Fänge. Drei Wochen benötigte ein Salztransport mit Pferdekarren von Lüneburg vorbei an Lauenburg, Mölln und Ratzeburg über die sandigen und verschlammten Wege, bis er endlich in Lübeck eintraf. Dabei war er vielerlei Gefahren ausgesetzt, Räuber und Wegelagerer wie Wind und Wetter machten den Transportleuten das Leben schwer.
Heute kann man auf den Spuren der Salzkarren dem alten Handelsweg folgen. Auf Schusters Rappen oder mit dem Fahrrad führt die mittlerweile gut ausgebaute Ferienstraße Alte Salzstraße vorbei an Seen und Flüssen, durch Heidelandschaft und Moore. Wer sich informieren möchte über das weiße Handelsgut, der kann damit bereits in Lüneburg im Salzmuseum beginnen. Eine Besonderheit entlang der heutigen Ferienstraße Alte Salzstraße sind Lokale, Gaststätten, Erzeugerbetriebe und Informationszentren der Slow Food - Convivien. Dies ist eine Non-Profit-Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht, die Kultur des Essens und Trinkens zu pflegen im Sinne einer verantwortungsvollen Ernährung. Angefangen von der Produktion bis zum fertigen Lebensmittel stellt die Vereinigung dem modernen Fast Food das Slow Food entgegen, Convivien heißt dabei so viel wie Tafelrunde.
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