Von der Postkutsche zu Facebook. Das Post und Tele Museum in Kopenhagen verdeutlicht eindrucksvoll die dänische Geschichte der Kommunikation vom königlichen Postwesen, über das Zeitalter der Erfindungen hin zum Jahrhundert der Kommunikation. Zu jeder kommunikativen "Epoche" werden exemplarisch die dazugehörigen ...Mehr
Kommunikationsmittel und -medien gezeigt. Darüberhinaus wird deren Entwicklung und Verbreitung in einen technologischen, ökonomischen, gesellschaftlichen und politischen Zusammenhang eingebettet. Weiterhin werden die Konsequenzen der einzelnen Kommunikationsmittel auf das Verhalten und die Kultur angerissen. Weniger
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    • Userbild fjoerd48fjoerd hat 48 Beiträge geschrieben und hat sich damit die Silbermedaille verdient. ab 10 Beiträgen Bronzemedaille ab 25 Beiträgen Silbermedaille ab 50 Beiträgen Goldmedaille ab 75 Beiträgen Auszeichnung Bronze ab 100 Beiträgen Auszeichnung Silber ab 250 Beiträgen Auszeichnung Gold Als Beiträge zählen wir jede Nacht deine Reisetipps, Kommentare, Bilder, Trips, Fragen, Antworten & Reiseinformationen.
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      11.11.09 00:07
      Ausstellung "Kommunikation und Klima" (bis 3. Januar 2010)
      Die Ausstellung "Wieviel Kühe verschmutzt eine e-Mail, Mutti" anlässlich des Weltklimagipfels in Kopenhagen hat mich sehr beeindruckt. Sie befasst sich mit den Auswirkungen der digitalen Medien auf die Umwelt. Landläufig gelten digitale Medien als sauber, was hier widerlegt bzw. stark relativiert wird. "Weltweit verursachen IT und Kommunikation genau so viele CO2-Emissionen wie die Flugzeugindustrie oder 2 % der gesamten jährlichen Emissionen von 27 Milliarden Tonnen".
      In der Ausstellung werden beispielsweise die CO2-Emissionen die durch das Versenden von eMails, das Aufrufen von Facebook- und Youtube-Profilen aber auch das Verfassen von SMS entstehen aufgezeigt und mit anderen Medien (Brief, Broschüre, Telefonbuch) verglichen.
      Natürlich erzeugt eine eMail mit 0,007 g deutlich geringere Emissionen als ein Brief (Papier, Transport, etc.). Es werden jedoch um ein vielfaches mehr eMails und SMSe geschrieben als Briefe. Weiterhin entstehen durch die Speicherung von eMails auf Mailservern Emissionen durch den Betrieb und die Kühlung der immer größer werdenden Serverfarmen, die siehe Google an großen Flüssen gebaut werden, die Wassertemperatur erhöhen und das ökologische Gleichgewicht dort bedrohen.
      Weiterhin entstehen in der dritten Welt ökologische Probleme durch die Gewinnung der Komponenten für IT-Geräte. Ein anderes Thema ist oft hochgiftiger eWaste, der in großen Massen durch die immer kürzer werdenen Lebenszyklen der Geräte auftritt und als Giftmüll entsorgt werden muß.
      Die Ausstellung erzeugt ein digitales Bewußtsein, das die Besucher sicherlich dazu führt, nicht auf digitale Medien zu verzichten, sondern effektiver mit diesen umzugehen. Die entsprechenden Ratschläge werden gegeben.
      http://www.ptt-museum.dk/de/ausstellungen/sonderausstellungen/kommunikation_klima/
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      10.11.09 16:45
      Ein wirklich schönes Museum, in dem sehr gut die Entwicklung der Kommunikationmittel in den letzten 400 Jahren veranschaulicht wird.

      Interessant auch die Hintergründe der einzelnen "Epochen". Die Gründung des Postwesens erfolgte in Dänemark im Jahr 1624 zu einer Zeit des Absolutismus, und wurde mit dem Zweck eingeführt, daß der König bessere Kontrolle über das Volk erhält.

      Die reibungslose und flächendeckene Distribution von Briefen wurde erst mit den technologischen Errungenschaften der Industrialisierung möglich (motorgetriebene Boote und Eisenbahn). Entsprechend gibt es auch Postboote aus dem 19. Jahrundert zu sehen.

      20 Jahre nach der Erfindung des Telefons gab es alleine in Dänemark 57 Telefongesellschaften. "Hunderte wohlerzogener, unverheirateter Damen mit langen Armen bedienten eine der telefonierfreudigsten Nationen der Welt". Die Verbindungen mußten ja anfänglich noch manuell hergestellt werden.

      Dann kamen Satelliten und Jugendkrawalle. "Teenager wünschten sich ein Tonbandgerät als Konfirmationsgeschenk - falls sie sich überhaupt noch konfirmieren lassen wollten. Die Eltern stellten sich Farbfernseher ins Wohnzimmer". Gesellschaftlicher Hintergrund Wohlstand und Auflehnung.

      Im IT-Zeitalter haben dann die Kräfte des freien Marktes Einzug in die Kommunikation gehalten. Phänomene wie staatliche oder sonstige Monopole sind gefallen, wie die Berliner Mauer. Der kalte Krieg war vorüber. Die Kommunikationslandschaft wurde demokratisch.

      "Das Grabmal für den Beamten - die Telefonistin, den Leitungsarbeiter, den Generaldirektor und viele andere - ist in den Umkleideschränken eingerichtet worden".
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